Korn

Barby: Erntestress bei Landwirten

Im Betrieb von Ives Blume sind zehn Mitarbeiter mit der Ernte beschäftigt. Die vorläufige Erntebilanz sieht durchwachsen aus, aber besser als in den letzten Jahren.

Von Jan Dahms
Ein Mähdrescher bei der Weizenernte auf einem Feld in der Nähe von Pömmelte. Insgesamt drei Maschinen und zehn Mitarbeiter hat der Barbyer Betrieb von Yves Blume im Einsatz. Die Druschernte ist für 21 Tage geplant. Abgestorbene Bäume im Hintergrund zeugen von der Trockenheit in den letzten Jahren, die auch den Landwirten zu schaffen macht.
Ein Mähdrescher bei der Weizenernte auf einem Feld in der Nähe von Pömmelte. Insgesamt drei Maschinen und zehn Mitarbeiter hat der Barbyer Betrieb von Yves Blume im Einsatz. Die Druschernte ist für 21 Tage geplant. Abgestorbene Bäume im Hintergrund zeugen von der Trockenheit in den letzten Jahren, die auch den Landwirten zu schaffen macht. Foto: Jan Dahms

Barby - „Ich habe erst wieder Zeit für ein längeres Gespräch, wenn es wieder regnet“, teilt vor ein paar Tagen ein Landwirt aus der Region kurz angebunden am Telefon mit.

Kein Wunder, dass er kaum Zeit hat. Aktuell ist der Höhepunkt der diesjährigen Ernte bei den Ackerbauern aus der Umgebung. In einer Zeit, in der sich viele in den Sommerurlaub verabschieden, wird auf den Feldern dagegen fleißig gearbeitet.

In den letzten Tagen gab es auch für den landwirtschaftlichen Betrieb von Yves Blume aus Barby viel zu tun. „Wir haben 21 Tage am Stück für die Druschernte eingeplant“, erzählt der Geschäftsführer. In diesem Zeitraum müssen alle Pflanzen, die mit dem Mähdrescher abgeerntet werden, vom Feld. Um diese Aufgabe zu bewältigen sind laut seinen Angaben zehn Mitarbeiter und drei Mähdrescher für die Firma im Dauereinsatz.

Die Abfolge der Ernte steht dabei fest. „Los geht es mit der Gerste, danach folgt der Raps“, zählt Yves Blume auf. Zum Abschluss der Druschernte wird sich um den Weizen gekümmert. Diese Pflanzen nehmen die größte Fläche des Betriebs ein. Etwa 1.100 Hektar, also über ein Drittel der Gesamtfläche, sind Weizenfelder.

„Es gibt jetzt viel zu tun aber wir sind ein eingespieltes Team“, berichtet der Landwirt. Seit 2011 ist er der Geschäftsführer des Barbyer Landwirtschaftsbetriebs, der 1991 gegründet wurde. Nach Angaben von Blume bewirtschaftet das Unternehmen aktuell rund 100 Felder rund um Barby.

4.000 Tonnen Weizen

Herausfordernd ist jedes Jahr die Logistik, die die Ernte mit sich bringt, betont der Geschäftsführer. Er rechnet beispielsweise mit einem Ertrag von 4.000 Tonnen Weizen, die meist mit LKW und Traktoren direkt von seinen Feldern zur Weiterverarbeitung in eine nahe gelegene Fabrik gefahren werden. „Das ist ein erheblicher Aufwand“, so Blume.

Die intensive dreiwöchige Arbeit auf seinen Feldern ist aber fast erledigt. „Wir sind mit der Druschernte schon fast durch“, gibt der Landwirt an.

Die vorläufige Erntebilanz in diesem Jahr stimmt ihn verhalten optimistisch. „Es war besser als die letzten Jahre. Der Durchschnitt haben wir aber noch nicht erreicht.“

Der Ertrag aus der Ernte würde damit aber schon besser ausfallen als die vergangenen Jahre. „Wir hatten im Frühjahr etwas mehr Regen. Davon profitieren wir jetzt noch“, schätzt Yves Blume ein. Der Juni sei dagegen wieder zu heiß und zu trocken gewesen. „Die erste große Hitzewelle war das Aus für den Raps und hat auch dem Weizen geschadet. Gerade die Rapserträge sind in diesem Jahr enttäuschend gewesen“, gibt er an. Hoffnung hat er dagegen noch auf die Pflanzen, die etwas später geerntet werden. „Bei Mais, Rüben, Kartoffeln sieht es momentan noch ganz gut aus.“

2018 bis 2020 viel zu trocken

Das letzte erfolgreiche Erntejahr liegt schon weit zurück. „Die letzte gute Ernte hatten wir vor vier Jahren“, berichtet Yves Blume. Die Jahre von 2018 bis 2020 seien dagegen zu trocken gewesen für eine ertragreiche Ernte.

Dieser Umstand hatte für einige Bauern folgen. Der Landwirt aus Barby kenne ein paar Betriebe, die aufgrund der Missernte in den letzten Jahren aufgegeben hätten oder sich zumindest ein zweites Standbein aufgebaut hätten.

Das zweite Standbein seiner Firma sei eine Biogasanlage, der er schon seit einigen Jahre betreibe.

Nach der arbeitsintensiven Druschernte bleibt für die Mitarbeiter der Firma nur wenig Zeit zum Durchschnaufen. „Es gehe praktisch nahtlos weiter mit den nächsten Ernten“, erklärt Blume. Demnach werden Anfang August die ersten Kartoffeln vom Feld geholt. Zum Ende des Monats ist der Mais an der Reihe. „Diese Ernte übernimmt aber aus Kostengründen ein Lohnunternehmer“, so der Landwirt. Der spezielle Häcksler, der dafür nötig ist, sei für seine 700 Hektar Maisfelder einfach zu teuer, erläutert Blume.

Zum Herbst werden dann noch die Rüben abgeerntet. In dem landwirtschaftlichen Betrieb sind es vor allem Zuckerrüben, die auf 200 Hektar Fläche gepflanzt sind. In dieser Zeit werden die Felder für die nächste Saison bestellt.

In diesem Jahr könnte die Ernte seiner Firma also noch durchwachsen ausfallen. Für ein erfolgreiches Erntejahr braucht es vor allem eins: Mehr Regen. „Etwa 500 bis 550 Liter pro Quadratkilometer im Jahr, das wäre wünschenswert“, schätzt Yves Blume ein. Er meine damit aber kein Starkregen, sondern regelmäßigen Landregen, der auch mal über Tage anhält.

Diesen Wunsch würden wahrscheinlich viele Landwirte in der Region unterschreiben.

Yves Blume, Geschäftsführer Agrar GmbH, Barby.
Yves Blume, Geschäftsführer Agrar GmbH, Barby.
Foto: Jan Dahms
Die frische Weizenernte vom Feld wird auf einen LKW verladen. Dieser bringt die Ernte zur Weiterverarbeitung in eine Fabrik.
Die frische Weizenernte vom Feld wird auf einen LKW verladen. Dieser bringt die Ernte zur Weiterverarbeitung in eine Fabrik.
Foto: Jan Dahms