Ranies l Das werden die Ranieser und die, die es (wieder) werden wollen, gern lesen: Aus Grünflächen sollen Wohngrundstücke werden. Dabei handelt es sich um ein Areal von gut einem halben Hektar in Nachbarschaft zur Feuerwehr. Genauer gesagt 5300 Quadratmeter.

Die Stadträte sollen nun den Weg dafür ebnen und befassen sich deshalb in den kommenden Ausschusssitzungen mit dem sogenannten Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan (B-Plan) Am Sportplatz Ranies. Das letzte Wort hat der Stadtrat, der am 19. Dezember tagt. Wird das Vorhaben positiv beschieden, geht es an die Planung und Parzellierung. „Ein gutes Jahr wird das B-Plan-Verfahren in Anspruch nehmen“, schätzt Oberbürgermeister Bert Knoblauch (CDU). Es gebe viel Formelles wie Auslegung, Beteiligung, Abwägung.

Ranieser freuen sich

Rüdiger Kunze (parteilos), Ortsbürgermeister von Ranies, freut sich, dass das Thema behandelt wird. Es habe vor einigen Jahren eine Umfrage im Ort gegeben, was aus dem Areal des alten Tennisplatzes werden soll, sagt er auf Nachfrage. Wunsch sei gewesen, dass der Spielplatz vom Sängerwäldchen dorthin umzieht. Doch dafür sei kein Geld da gewesen. Deshalb komme nun ein anderer Wunsch der Ranieser zum Tragen: Platz für Häuslebauer. „Das haben wir als Ortschaftsrat angeregt und die Verwaltung kümmert sich nun darum“, so Rüdiger Kunze. Dass der Ortschaftsrat dem Vorhaben so positiv gegenübersteht, hört der Stadtchef gern. Denn an die Verwaltung seien schon mehrere Anfragen zwecks Bauplätze in Ranies herangetragen worden. Somit können der eher trostlos wirkende Tennisplatz plus ein Stück vom Sportplatz sinnvoll genutzt werden.

Auch der Kultur- und Sportverein (KSV) steht dem aufgeschlossen gegenüber. Er muss ein Teil des Fußballfeldes auf dem Sportplatz hergeben, das sei aber kein Problem, so Volker Kreitschi, Vorsitzender des KSV. Da es in Ranies keine Mannschaften mehr gibt, werde er derzeit nur für die Kinder vorgehalten und vom Verein gepflegt. Sowohl Tennis- als auch Sportplatz sind im Eigentum der Stadt, der Sportplatz jedoch an den KSV verpachtet.

Der Tennisplatz sei direkt nach der Wende gebaut worden, erinnert sich Volker Kreitschi. Zwei Jahre lang sei darauf gespielt worden. Seitdem sei er einfach nur da und nichts passiere damit. „Wir vom Verein mähen die Fläche einmal im Jahr – kurz vor dem Rosenmontagsumzug. Denn die Fläche nutzen wir mit als Parkplatz. Sonst würde da das Gras meterhoch stehen“, so Volker Kreitschi. Ihm ist anzumerken: Er ist froh, dass dieser trostlose Fleck im Ort verschwindet. Auch, weil dann gebürtige Ranieser zurückziehen können. Er wisse, dass das einige wollen. Doch es habe keine Bauplätze gegeben. Sabine Höpfner, Sprecherin vom KSV, bringt an, dass es schön sei, „wenn junge Familien nach Ranies ziehen, da so Kindergarten und Verein eine Zukunft haben“.

Kien anderer Platz da

Wohnbauflächen an anderer Stelle anzubieten, sei nicht möglich. Darauf verweist die Verwaltung in der Beschlussvorlage: Im Bestand gibt es keine geeigneten Baulücken. Ranies ist in das Landschaftsschutzgebiet Mittlere Elbe eingebettet, so dass eine Ortsrandbebauung ausscheidet. Die Ortschaft liegt im Biosphärenreservat Mittelelbe. Sie ist deichgeschützt und hat eine feste Abgrenzung zum Überschwemmungsgebiet.

Um das Thema geht es erstmals im Bauausschuss, 2. Dezember, 17 Uhr, Rathaus.

* Quelle: Einwohnermeldeamt Schönebeck, Stand 26. November 2019