Calbe l Nach dem ersten Lockdown im Jahr 2020 hat sich digital an den Schulen einiges getan. Die zweite Auszeit im neuen Jahr 2021 fiel Lehrern und Schülern deshalb weniger schwer, sagt Rolf-Uwe Friederichs, Schulleiter des Schillergymnasiums in Calbe. Die zwölften Klassen werden aktuell im Haus unterrichtet. Allerdings seien die Stunden zusammengezogen worden, erläutert er. Die einzelnen Fächer erleben die Schüler nun am Stück, um den Kontakt zu den Lehrern auf ein Minimum zu begrenzen.

Die anderen Schüler werden aktuell von der Schule aus über die bekannten Programme mit Aufgaben versorgt. Einen echten Unterricht über die digitalen Kanäle gebe es nicht, räumt er ein. Die technischen Möglichkeiten stünden dem Haus dafür nicht zu Verfügung. Eine ganze Reihe von Eltern und vor allem der Förderverein wollen das Gymnasium unterstützen, schilderte er weiter. Dennoch müsse die Kreisverwaltung als Schulträger die Voraussetzungen schaffen, um digital in Echtzeit mit den Schülern in Kontakt zu treten. Einige Gymnasien im Land bieten dies ihren Schülern bereits an, bestätigt er.

Kenntnisse festigen

Ohne die Möglichkeit des Fernunterrichts lässt sich aber nur sehr begrenzt neuer Stoff erarbeiten. Die Schüler müssen hier vor allem ihre Kenntnisse festigen und Aufgaben lösen.

In der Praxis gestaltet sich dies in den Familien nicht immer einfach, weil der Kontakt zum Lehrer nur über Mail geht und die Schüler sich bei Problemen in der Abarbeitung der Aufgaben vor allem an die Eltern wenden. Auch besitzen nicht alle Elternhäuser die volle technische Ausrüstung, um Aufgabenzettel regelmäßig auszudrucken, räumt der Schulleiter ein. Neulich sei erst ein Schüler im Haus gewesen, der darum gebeten hatte, ihm die Aufgaben ausgedruckt zu geben.

Digitalpakt soll helfen

Bis zum Monatsende sollen die Schüler nach bisheriger Informationslage noch zuhause bleiben und weiter aus der sicheren Distanz mit Aufgaben versorgt werden. Doch auch wenn danach die Schule wieder mit dem Regelunterricht beginnen sollte, werde die Frage nach einem weiteren Ausbau der Digitalisierung aktuell bleiben. Der Bund unterstützt die Länder dabei mit dem Digitalpakt. Zuständig für die digitale Infrastruktur ist die Kreisverwaltung als Schulträger. Bislang stellt die dem Gymnasium eine Plattform zur Verfügung, um mit den Schülern in Kontakt zu treten. Jeder Schüler erhält dazu mit dem Eintritt in das Gymnasium eine eigene Mailadresse. Bis auf wenige Ausnahmen gehen die Schüler mit der Plattform sehr gut um, meinte der Schulleiter. Immer wieder gebe es auch mal Schüler, die ihr Passwort vergessen haben und Hilfe benötigen. Das sei aber kein Problem.

Unter dem neuen Lockdown leiden vor allem die Schüler der fünften Klassen, schätzt er ein. Sie hätten die ganzen Aktivitäten des Gymnasiums in den zurückliegenden Monaten noch nicht erleben können, weil sie ausgefallen sind. So verzichtete das Haus auf die traditionelle Bestenehrung. Außerdem sind die ganzen anderen Veranstaltungen rund um die Weihnachtszeit ausgefallen. Wann das Haus aber wieder in den normalen Rhythmus zurückfinden wird, ist bislang noch offen. Das hänge von der weiteren Entwicklung der Pandemie ab und den damit verbundenen Einschränkungen des öffentlichen Lebens, meint der Schulleiter und hofft auf ein baldiges Ende der Pandemie.