Barby. Eine Frage, die Schulleiterin Ute Wysocka von Eltern immer wieder gestellt wird, ist die nach der Taufe des Kindes. Ist sie Voraussetzung für eine Aufnahme in der Christlichen Sekundarschule Gnadau? „Nein, das ist sie nicht. Hier muss kein Kind getauft sein“, sagt sie. Die Schule nehme alle Kinder auf, die hier lernen wollen.

Der Tag der offenen Tür zeigt den Kindern und Eltern für zwei Stunden das Leben in den beiden Standorten. Der Barbyer Standort ist dabei das größte Haus. Die Räume stehen offen, Lehrer und Schüler zeigen, wie das Haus ausgestattet ist. Im großen Flur soll im kommenden Jahr die Sanierung des Hauses fortgesetzt werden, ist Ute Wysocka froh, dass es dann auch in diesem Teil des Hauses vorangeht. Der Sanierungsstau soll nach und nach abgearbeitet werden. Im Kunstraum, sagt die Schulleiterin, sei der Unterschied zur staatlichen Sekundarschule deutlich. „Wir haben hier für jeden Schüler eine Staffelei, mit der wir aus dem Haus gehen.“

Von Konzept überzeugt

Eltern, die ihre Kinder an dem Nachmittag begleiten und das Haus bereits kennen, sind von dem Konzept überzeugt. „Hier darf Kind noch Kind sein“, sagt Nadine Felsch, die ihren Sohn bereits seit einigen Jahren in der Sekundarschule hat und demnächst ihre Tochter in das Haus schicken will. Sie finde gut, dass die Kinder hier nicht in Schubladen einsortiert werden, wie das sonst so oft der Fall sei. „Jedes Kind hat seine Talente und Stärken“, sagt Ute Wysocka.

Die Schule nimmt sich für den Auswahlprozess sehr viel Zeit. „Wir reden mit allen künftigen Schülern und Eltern“, versichert sie. In dem Gespräch ist ihr wichtig zu erfahren, wie die Eltern auch zu der Bildungseinrichtung stehen. Das Haus erwartet, dass sich die Eltern auch einbringen und die Schule unterstützen. Das ist für die Schule ein wichtiges Kriterium. Denn in den vergangenen Jahren hatte die Bildungseinrichtung in freier Trägerschaft mehr Anmeldungen als Plätze zur Verfügung standen, sagt die Schulleiterin.

Ausreichend Lehrer

Für die Unterrichtsversorgung stehen der Schule ausreichend Lehrer zur Verfügung. Aber auch die Christliche Sekundarschule habe mal einen Unterrichtsausfall, wenn Lehrer längere Zeit krankheitsbedingt ausfallen, schildert sie. Dennoch sei sie froh, dass alle Stellen besetzt sind. Die Wertschätzung für die Kollegen sei zudem ein wichtiger Bestandteil der Zusammenarbeit. „Wenn wir den Tag heute beenden, treffe ich mich mit den Kollegen zu einem Glas Sekt“, kündigt sie an. Wertschätzung gehöre dazu. Damit unterscheide sie sich von den staatlichen Schulen. Außerdem hätten die Lehrer in der Einrichtung viel mehr Freiheiten in der täglichen Arbeit.

Das Konzept der Schule kommt bei den Eltern an. Die Wertevermittlung und die Erziehung schätzen die Eltern. Das sei eines der stärksten Unterscheidungsmerkmale, sagte eine Mutter. Vor allem gibt es im Haus aber kurze Wege in der Kommunikation. „Hier haben alle Eltern meine Telefonnummer“, sagt die Schulleiterin. Wenn es ein Problem geben sollte, sei sie damit für alle erreichbar. An dem Tag der offenen Tür will sie mit den Kollegen aber vor allem zeigen, was das Haus zu bieten hat und wer die Kinder täglich unterrichtet. Dabei können die Eltern mit den Lehrern ins Gespräch kommen und so erste Kontakte knüpfen, um sich bei der Schulwahl für ihre Kinder zu orientieren.