Wespen l 2019 musste der Landkreis genau 489,02 Tonnen illegalen Müll einsammeln und fachgerecht entsorgen. Die Kosten darauf beliefen sich auf 73.353 Euro.

Diese Zahlen sollte man sich vor Augen halten, wenn man den ausgebauten Feldweg von Barby nach Wespen entlang geht und kurz vor dem Ortseingang des Dorfes fast über mehrere Müllhaufen stolpert. Die jüngste illegale Abkippung liegt auf Höhe einer ehemaligen Obstplantage. Der Verursacher, der auch mehrere Altöl-Kunststoffflaschen entsorgte, fackelte den Haufen zu allem Überfluss an. Die Freiwillige Feuerwehr Barby rückte aus und löschte den Brand.

Mitarbeiter des Ordnungsamtes Barby fanden darin Hinweise auf den möglichen Verursacher. So wurde die Kundenkarte eines Supermarktes entdeckt, auf deren Rückseite eine Unterschrift steht. Nach Mitteilung des Ordnungsamtes Barby wurden die Beweisstücke an die Umweltbehörde des Landratsamtes weitergeleitet, das sich mit dem Fall beschäftigen wird.

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Am Rande: Sämtlicher bei Wespen abgekippter Müll hätte unproblematisch in den Hausmülltonnen entsorgt werden können.

Ralf Felgenträger, Chef des zuständigen Kreiswirtschaftsbetriebes des Salzlandkreises erklärt, dass illegale Entsorgungen wie die bei Wespen zu Lasten der Allgemeinheit gehen, weil die zusätzlich notwendigen Aufwendungen des Kreiswirtschaftsbetriebes mittlerweile auch spürbare Auswirkungen auf die Müllgebühren haben. Laut Ralf Felgenträger müsse demnach jeder Gebührenzahler rund einen Euro mehr bezahlen.

Der Entsorgungspreis lag bis Ende vorigen Jahres bei 95 Euro pro Tonne, mittlerweile beträgt er 144 Euro. Hinzu kommen Fahrzeug- und Personalkosten von 90.000 Euro im Jahr. „Diese Kostensteigerung müssen wir natürlich bei der Kalkulation der Gebühren berücksichtigen. Das heißt, die Allgemeinheit wird aufgrund solcher Taten stärker belastet“, unterstreicht Felgenträger.