Pömmelte l Zur Halbzeit wirkt Fachdienstleiter Ulf-Peter Freund, der für Organisation und Ablauf federführend verantwortlich zeichnet, gelassen – und zufrieden. Alles laufe nach Plan, nichts ist passiert, wo es hätte nicht passieren sollen. Der offizielle Teil ist beendet. Begrüßung, Kulturpreisvergabe, Fotowettbewerb, „Salzländer Kulturstempel“. Nun ist das bunte Treiben angesagt in und an der Kultstätte.

„Manchmal muss man Gründe schaffen, um Gutes zu erleben“, sagt er und meint damit die Geburtstage 10 Jahre Salzlandkreis, 100 Jahre Musikschule und 1 Jahr Ringheiligtum Pömmelte. Jedes Ereignis für sich wäre eine Feier wert gewesen, keine Frage. Aber 111 Jahre hätten schon ein besonderes Gewicht – und seien eben ein guter Grund für eine solch große Feier. Ulf-Peter Freund betont: „Sie müssen bedenken, dass haben wir als Verwaltung vorbereitet und kein Veranstaltungsunternehmen, dass das tagtäglich macht.“

Fast 50 Helfer seien sie gewesen, um dieses Bürgerfest auf die Beine zu stellen. „Das können Sie nicht alleine machen“, merkt der Kreismitarbeiter an. Viele Fachdienste hätten ihren Beitrag geleistet. „Im Intranet haben wir die Mitarbeiter aufgerufen, sich zu melden, wer helfen möchte. Und die Resonanz war sehr gut“, freut er sich über seine Mitstreiter.

Landrat bringt Wetter mit

Die gute Organisation lobt auch sein Chef Markus Bauer (SPD). Der Landrat sagt zur Begrüßung: „Das Wetter habe ich mitgebracht, den Rest haben Sie gemacht, Herr Freund. Chapeau! Vielen Dank.“ Und dann gibt es herzlichen Applaus für den Fachdienstleiter, der sich nun auch im Managen von Veranstaltungen auskennt.

Dr. Alfred Reichenberger vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie ist ebenfalls begeistert vom Bürgerfest. „Ich freue mich, dass dieser Ort so als Veranstaltungsanlage angenommen wird. Ein Ort lebt ja von den Menschen. Und hier passt das perfekt.“ Er werde oft von Leuten gefragt, ob es nicht ein bisschen mutig gewesen sei, solch eine Anlage zu rekonstruieren. „Mutig ja, aber nicht übermütig“, betont Alfred Reichenberger. Bis 2005 sei auch ihm Pömmelte kein Begriff gewesen, mittlerweile sei er aber zig Mal hier gewesen. „Und der Ort ist mir ans Herz gewachsen“, gibt er offen zu.

Das hört Kultusstaatssekretär Gunnar Schellenberger (CDU) gern. Denn auch ihm liegt das Ringheiligtum Pömmelte sehr am Herzen. In seinem Grußwort geht er noch einmal auf seine Idee einer Kulturmetropole Schönebeck ein. „Vor Jahren haben einige noch darüber gelacht. Ich finde die Idee nicht schlecht und sie wird immer mehr zur Wahrheit.“ Das Ringheiligtum sei für ihn ein Bestandteil der angestrebten Kulturmetropole. „Es wäre doch toll, wenn in zwei Jahren möglichst viele Leute wissen, dass es hier das deutsche Stonehenge gibt.“

Grabungen gehen nun weiter

Auch an der zweiten Kreisgrabenanlage bei Schönebeck sollen die Ausgrabungen im nächsten Jahr weitergehen. Ein nächster Schritt in Richtung Kulturmetropole, so Schellenberger. Der Kultusstaatssekretär dankt dem Förderverein und dem Team des Salzlandmuseums (Träger des Ringheiligtums ist der Salzlandkreis, der die Betreuung der Anlage dem Salzlandmuseum übertragen hat). „Sie haben über Jahre eine hochkarätige Arbeit geleistet“, betont er.