Calbe l In den kommenden Wochen werden sich die Stadträte mit der Ausschreibung des für sieben Jahre zu besetzenden Postens des Bürgermeisters der Stadt Calbe beschäftigen müssen. Der Hauptausschuss wird auf seiner nächsten Sitzung die Ausschreibung als Vorlage behandeln. Jeder, der sich berufen fühlt, kann sich zur Wahl stellen, wenn er einige Mindestvoraussetzungen erfüllt hat. So dürfen die Bewerber nicht jünger als 21 und älter als 67 Jahre sein. Bürger, die nicht von einer Partei aufgestellt werden, sondern sich selbst um den Posten bewerben wollen, müssen Unterstützungsunterschriften beibringen. Bürger müssen dazu die Kandidatur mit ihrer Unterschrift unterstützen. „Gesucht wird eine verantwortungsvolle, entscheidungsfreudige und zielstrebige Persönlichkeit, die in der Lage ist, die Verwaltung leistungsorientiert, wirtschaftlich und bürgernah zu führen“, heißt es in der Vorlage für den Stadtrat. Doch was ist mit den im Stadtrat vertretenen Parteien?

Stellen sie eigene Kandidaten auf? „Ich werde mich mit Sicherheit bewerben“, sagt Amtsinhaber Sven Hause. „Wir haben darüber noch nicht gesprochen“, sagt Kerstin Lorenz (Linke) über ihre Fraktion. Auf einer der kommenden Fraktionssitzungen wolle sie das Thema ansprechen, kündigte sie an. Befürworten würde sie, wenn es mehrere Bewerber gibt, unter denen sich die Wähler entscheiden können. Das sei besser, als wenn es nur einen Bewerber gibt, meint sie.

Beschluss noch nicht gefasst

Einen Beschluss über einen Kandidaten hat der CDU-Ortsverband ebenso noch nicht gefasst, sagt Alexander Sieche, der im Stadtrat Fraktionsvorsitzender ist. Gespräche habe es bislang nur am Rande gegeben. Auch er würde es begrüßen, wenn es mehrere Bewerber für den Posten geben würde. Das würde die Demokratie stärken, ist er sich sicher. Bei der vergangenen Bürgermeisterwahl 2014 stellten die Christdemokraten auch einen Bewerber für das höchste Amt im Rathaus. Es gab einen starken Wahlkampf damals in der Saalestadt um die Gunst der Wähler. Damals setzte sich Sven Hause gegen Alexander Berlin mit einem Vorsprung von exakt 500 Stimmen durch.

Ob es von den Sozialdemokraten einen eigenen Kandidaten geben wird, hält Stadtrat Mario Kannegießer offen. Der Ortsverband habe sich mit dieser Frage noch nicht befasst, sagt er. Auch für Torsten Göhr, der der ALC/SPD-Fraktion vorsteht, ist das Thema Bürgermeisterwahl noch offen. Er erwartet Gespräche hierzu erst in den kommenden Wochen.

AfD wartet ab

Für die AfD-Stadtratsfraktion werden die kommenden Wochen darüber entscheiden, ob sie einen eigenen Bürgermeister-Kandidaten aufstellen, sagt Fraktionsvorsitzende Marie-Christin Rausch. Sie habe gehört, dass es einen weiteren Kandidaten aus dem Stadtrat für das Amt geben werde, schilderte sie. Wenn sich dies in den kommenden Wochen so bestätige, werde die eigene Partei keinen eigenen Kandidaten aufstellen, kündigte sie an. Der Name des möglichen Bewerbers, der hinter vorgehaltener Hand genannt werde, mache einen unparteiischen Eindruck und sie habe das Gefühl, dass er die Verwaltung leiten könne, begründete sie. Deshalb wolle die Partei dann auf einen eigenen Kandidaten verzichten und es dabei belassen. Anders sähe die Sache dagegen aus, wenn es keinen zweiten Kandidaten geben werde. In diesem Fall werde die Partei einen Kandidaten aufstellen, auch um der Demokratie zu genügen, meint sie. Es sei immer besser, wenn die Menschen die Wahl hätten und auswählen könnten.

Bewerben können sich aber auch Bürger, die bislang nicht in der Kommunalpolitik tätig geworden sind. Informationen rund um die Bewerbung und die dafür notwendigen Voraussetzungen gibt die Stadtwahlleiterin gern. Bürger, die mit einer Kandidatur spielen, können sich jetzt bereits in der Beschlussvorlage für die Ausschreibung der Stelle informieren, was an Unterlagen für eine erfolgreiche Bewerbung notwendig ist. Die Beschlussvorlage befindet sich bereits in der digitalen Ratsverwaltung und kann eingesehen werden. Anfang März soll der Stadtrat die Stellenausschreibung formell beschließen. In den Tagen danach wird sie dann im Amtsblatt der Kommune verkündet. Damit gilt sie dann verbindlich.