Windows 7 hat ausgedient

Seit Januar 2015 hat Softwareentwickler Micosoft nur noch Sicherheitsupdates und Updates für kritische Lücken im System zur Verfügung gestellt.

Es wurden seitdem keine Erweiterungen, neue Programme oder Verbesserungen für das Betriebssystem veröffentlicht.

Am 14. Januar 2020 wurde nun auch die Entwicklung wichtiger Sicherheits-Updates eingestellt.

Lediglich für Großabnehmer, zum Beispiel Unternehmen, besteht noch die Möglichkeit bis maximal zum 10. Januar 2023 technische Unterstützung zu erhalten – allerdings kostenpflichtig.

Schönebeck/Staßfurt l Seit etwa zwei Jahren läuft in der Verwaltung des Salzlandkreises ein Umstrukturierungsprozess. Die Betriebssysteme der Computer werden von Windows 7 auf Windows 10 umgestellt. Diese Maßnahme ist auch dringend erforderlich. Denn: Softwareentwickler Microsoft hat am 14. Januar den Support – also die technische Weiterentwicklung und Betreuung – des Betriebssystems eingestellt. Dadurch wird es zunehmend riskanter, die zehn Jahre alte Software zu nutzen. Entstehende Sicherheitslücken werden nicht mehr geschlossen.

Laut Marko Jeschor, Pressesprecher des Salzlandkreises, ist die Umstrukturierung bereits zu 80 Prozent abgeschlossen. „Die letzten 20 Prozent werden planmäßig bis Mitte 2020 von Windows 7 auf Windows 10 umgestellt. Der Anspruch ist, sowohl Ausfälle als auch Beeinträchtigungen des IT-Dienstes dabei minimal zu halten“, teilt Jeschor mit.

3.500 Computer

Zuständig für die Umstellung ist der Fachdienst Informations- und Kommunikationstechnik. Dieser verwaltet die Hard- und Software für rund 15.000 Nutzer an 3.500 Computerarbeitsplätzen.

In Deutschland läuft noch auf rund 17 Prozent der Desktop-Computer das Betriebssystem Windows 7. Die Schönebecker Stadtverwaltung zählt aber nicht dazu. Wie Stadtsprecher Hans-Peter Wannewitz mitteilt, sind die rund 200 Computer bereits auf einem neueren Stand. Statt Windows 7, wird mit Windows 10 Pro gearbeitet. Die Rechner wurden in „mehreren Jahresscheiben bis zum ersten Quartal 2020“ erneuert, so Hans-Peter Wannewitz.

Drei PC-Kategorien

Die Anschaffungskosten für einen Computer liegen laut dem Stadtsprecher zwischen 800 und 1000 Euro – je nach Einsatzgebiet. Denn in Schönebeck werden die Arbeitsplätze in drei Kategorien unterteilt: PC mit einem Standardausbau, PC mit höherer CPU-Leistung (Prozessor) aufgrund vieler Fachanwendungen und CAD-Grafikarbeitsplätze.

Jährlich werden etwa 12.000 Euro für Reparaturen und die Unterhaltung des Technikparks eingeplant, so Wannewitz.

Nutzung von Windows 10

Auch die Gemeindeverwaltung Bördeland hat Windows 7 bereits hinter sich gelassen. Auf den 24 Rechnern läuft seit Juli 2019 Windows 10, teilt Gemeindemitarbeiterin Stefanie David mit. Die Staßfurter Stadtverwaltung hat die Anfragen der Volksstimme nicht beantwortet.

Nur die Aktualisierung des Betriebssystems reicht freilich nicht aus, um Arbeitsplätze und Netzwerke in den Verwaltungen vor möglichen Hackerangriffen zu sichern. Die Stadtverwaltung Schönebeck schützt ihre Systeme mit aktueller Sicherheitssoftware. Außerdem würden die Mitarbeiter für das Thema Sicherheit sensibilisiert, so Wannewitz. Regelmäßige Datensicherungen und die Auswertung der Sicherheitssysteme ergänzen das Konzept.

Externer Dienstleister

Bei der Gemeindeverwaltung Bördeland ist der Systemadministrator für die Sicherheit der Technik zuständig. Zudem sorgt ein externer Dienstleister für ein sicheres Netzwerk.

Beim Salzlandkreis fällt diese Aufgabe in den Zuständigkeitsbereich des Fachdienst Informations- und Kommunikationstechnik. „Der Fachdienst selbst überprüft pro Jahr bis zu 1000 Systemkomponenten auf ihre innere und äußere Sicherheit. Diese Erkenntnisse schlagen sich in den Produktionsstandards nieder und verbessern gegenwärtige und künftige Installationen von IT-Diensten“, informiert Marko Jeschor.