Schönebeck l Die gute Nachricht vorab: Die beiden Schönebecker Krankenhausstandorte sind sicher. Zumindest in Bezug auf das Coronavirus. Das hat Gründe, wie der Ärztliche Direktor und Chefarzt der Abteilungen Innere Medizin, Kardiologie und Intensivmedizin Dr. Karl-Heinz Binias im Pressegespräch erklärt. Was also tun, wenn eine Fahrt ins Krankenhaus unvermeidbar ist oder eine geplante Operation ansteht?

"Kommen Sie ins Krankenhaus"

„Wenn Sie sich in einer Notfall-Situation befinden, kommen Sie ins Krankenhaus“, appelliert der Mediziner eindeutig. Angst vor einer möglichen Infektion mit dem tückischen Coronavirus müssten Patienten in Ameos-Kliniken nicht haben, versichert er. Zum einen befände sich Sachsen-Anhalt ohnehin in einer komfortablen Situation. Das Infektionsgeschehen gestaltet sich „zwischen Elbe und Saale“ vergleichsweise gering. Doch selbst wenn die Fallzahlen hierzulande ansteigen würden und damit das Risiko sich mit Corona anzustecken – das sei kein Grund, den Krankenhäusern fernzubleiben.

Die Ameos-Häuser verfolgen eine konsequente Strategie. „Jeder Patient wird bei der Aufnahme auf Sars-Cov-2 getestet“, erläutert Binias. Bis ein eindeutig negatives Ergebnis vorliegt, geht es für die Patienten zunächst isoliert in ein Einzelzimmer in speziell eingerichtete Infektionsstationen. Nur dann, wenn ein Abstrich positiv ausfällt, müssten Erkrankte auf der Isolierstation bleiben.

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Keine Sorge vor Ansteckung

Doch auch „Gesunde“, also Menschen die keine Covid-Erkrankung in die Klinik mitbringen, müssten keine Sorgen haben, sich bei ihrem Krankenhausaufenthalt zu infizieren. „Wir wissen schließlich, wie man Menschen mit ansteckenden Krankheiten isolieren kann“, erläutert der Mediziner und verweist auf schon lange bekannte, ansteckende Krankheiten wie den Krankenhaus-Keim MRSA.

Eben wegen dieses hohen medizinischen Fachwissens und den ebenso hohen Standards sollten Menschen in die Klinik kommen, wenn sie Hilfe brauchen. Während des ersten Lockdowns, so berichtete Binias, habe es einige Erkrankte gegeben, die aus Angst vor Corona weniger konsequent gehandelt hätten. „Mir sind drei Menschen bekannt, die wegen des Coronavirus verstorben sind“, so der Ärztliche Direktor. Die Betonung liegt hier ausdrücklich auf „wegen“. Denn das Virus hatte in diesen Fällen nur wenig mit der eigentlichen Erkrankung zutun. Diese Menschen hätten Angst gehabt. Angst vor einer Infektion. So viel, dass sie trotz eines Herzinfarktes oder einer schweren Bronchitis eben nicht den Weg zu einer lebensrettenden Untersuchung auf sich genommen haben.

Geplante OP finden statt

Ein mögliches Besuchsverbot sollte Menschen ebenfalls nicht von einem medizinisch notwendigen Klinikaufenthalt abschrecken. Ja, im Moment herrscht beim Ameos ein Besuchsverbot. „Doch aus dem ersten Lockdown haben wir gelernt, dass wir Menschen nicht komplett isolieren können“, berichtet Binias aus der Praxis. Man würde daher von Fall zu Fall entscheiden, doch massenhafte Besuche von Angehörigen, so wie außerhalb der Pandemie-Zeiten, würde es zur Zeit bei Ameos nicht geben.

Auch dann nicht, wenn es sich um geplante Operationen handelt. Denn diese finden nach jetzigem Stand der Dinge statt, wie auch Ameos-Pressesprecherin Kathrin Adam während eines Gespräches mitteilt. „Im Frühjahr hatten oft die Patienten selber abgesagt“, berichtet sie aus den Erfahrungen des ersten Lockdowns. „Manchmal ist es nicht besonders hilfreich, Operationen hinauszuzögern und aufzuschieben“, fügt Dr. Karl-Heinz Binias hinzu. Auch bei geplanten Eingriffen würden die Patienten routinemäßig auf das Coronavirus getestet. Erst dann, wenn ein negativer Test vorliegt, könne eine Operation durchgeführt werden. „Im Moment sind Patienten bei uns absolut sicher“, meint der leitende Mediziner.

Interne Krisenstäbe

Das läge neben dem erprobten, zuverlässigen Sicherheitskonzept auch an den niedrigen Fallzahlen, die im Moment vorherrschen. Die Corona-Fälle des Salzlandkreises würden nach Möglichkeit in Bernburg behandelt. Schönebecker Kliniken sind nach dem Stand der letzten Woche komplett frei vom Coronavirus.

Aber selbst wenn sich diese Situation ändern würde, ist man in der Elbe-Stadt vorbereitet. Interne Krisenstäbe würden alle zwei Tage die Lage neu bewerten. Mit Kliniken in der gesamten Umgebung steht Ameos im Austausch. „Wegen unserer Nähe auch nach Magdeburg“, wie Karl-Heinz Binias erklärt.