Schönebeck/Staßfurt l Das Interesse an Corona-Impfungen scheint groß zu sein. Anfragen zuhauf erreichen den Landkreis über seine Hotline. Doch Termine gibt es hier keine. Der Salzlandkreis sei nicht für die Vergabe von Impf-Terminen zuständig, betonte Landrat Markus Bauer (SPD). Für die Koordinierung der Impf-Termine seien das Gesundheitsministerium und die Kassenärztliche Vereinigung zuständig, so Bauer in einer Pressemitteilung. Die Vergabe wird bundeseinheitlich geregelt.

So sollen unter der Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes (116 117) die Impf-Termine vereinbart werden können. Allerdings ist die Hotline derzeit nur sehr schwer zu erreichen. Beim Gesundheitsministerium geht man derzeit den „sehr ernstzunehmenden Hinweisen auf eine Überlastung“ nach. Aktuell können dort bis 200.000 Anfragen pro Woche bearbeitet werden. Ab Freitag soll diese Kapazität schrittweise auf bis zu 500.000 Anrufe pro Woche hochgefahren werden. Darüber hinaus sollen Impf-Termine in Zukunft auch online vergeben werden können. Derzeit ist das in Sachsen-Anhalt noch nicht möglich.

Verordnung regelt Reihenfolge

Wer zuerst geimpft wird, ist in der Verordnung zum Anspruch auf Schutzimpfung gegen das Coronavirus festgelegt. Demnach haben zunächst über 80-Jährige, sowie medizinisches und pflegerisches Personal Anspruch.

Daher betont auch Frank Knöppler, Leiter des Impf- und Logistikzentrums in Staßfurt, dass es nichts nütze vor Ort persönlich um einen Termin zu bitten. „Das Windhund-Prinzip wird hier nicht angewendet.“

Voraussetzungen schaffen

Und auch wenn der Landkreis nicht für die Vergabe der Termine zuständig ist, so ist er doch in der Verantwortung die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass der Betrieb im Impfzentrum in Staßfurt reibungslos ablaufen kann. Ab Montag, 11. Januar, sollen dort nämlich die Impfungen durchgeführt werden können. Man arbeite mit „Hochdruck daran“, dies sicherzustellen, so Landrat Bauer.

Weiterhin wird mitgeteilt, dass die Corona-Hotline des Salzlandkreises in den vergangenen Tagen unzählige Nachfragen zu Impfterminen erhalten habe. Das zeige zwar eine große Impfbereitschaft der Bevölkerung, aber Termine für die Corona-Impfungen könne der Kreis nun einmal trotzdem nicht vergeben, betont Bauer.

Lieferung mit Impfstoff

Voraussichtlich am Freitag wird der Landkreis eine weitere Lieferung mit Impfstoff erhalten. Über den Umfang könne man jedoch noch keine Angaben treffen, so Kreissprecher Marko Jeschor.

Die ersten 975 Einheiten des Impfstoffes erreichten den Salzlandkreis am 26. Dezember (Volksstimme berichtete). Etwa 500 Dosen wurden schon in den nächsten beiden darauf folgenden Tagen verteilt. Weitere 165 Impfdosen erhielt der Krankenhausbetreiber Ameos, der damit eigenständig das priorisierte Personal seiner Häuser im Kreisgebiet impft. In Schönebeck wurden als erstes Bewohner und Mitarbeiter des Diakonieverein Burghof geimpft. Insgesamt 108 Personen ließen sich das Serum verabreichen.

Fast 3000 Impfstoffdosen

Laut dem Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration Sachsen-Anhalt am Montag hat der Salzlandkreis bisher 2.925 Impfstoffdosen erhalten, 1.093 wurden bereits geimpft.

Die Zahl der Corona-Fälle ist im Salzlandkreis am Montag wieder stark angestiegen. Der Kreis meldet über seine Homepage 40 neue Fälle. 13 neue Fälle kamen allein in Schönebeck seit der vorangegangenen Aktualisierung dazu. Die Corona-Ampel ist damit wieder über 200 gesprungen. Außerdem wurden am Montag sechs neue Todesfälle gemeldet.