Unbekannte dringen in Sakralbau ein / Pfarrer Thorak beziffert Schaden auf über 5000 Euro

Diebe stehlen Verstärker und Lichter aus der Marien-Kirche

Von Kathleen Radunsky-Neumann

Langfinger haben sich in der katholischen St.-Marien-Kirche bedient. Am Dienstagabend stahlen sie mehrere Elektrogeräte aus dem Sakralbau. Pfarrer Dr. Thomas Thorak kann kein Verständnis für die Tat aufbringen. Schnellstmöglich will er nun Ersatz schaffen. Der Schaden beträgt mindestens 5000 Euro.

Schönebeck. Kopfschütteln, einfach nur den Kopf schütteln will Pfarrer Thomas Thorak. Er kann kein Verständnis dafür aufbringen, was sich am Dienstagabend in der katholischen St.-Marien-Kirche in der Friedrichstraße ereignet hat. Bis dato Unbekannte sind in den verschlossenen Sakralbau eingebrochen. Nachdem sie das Kircheninnere durchsucht hatten, entwendeten die Diebe aus der Sakristei zwei Verstärker, Mikrofone und Öllichter. Für die katholische Gemeinde ist dadurch ein Schaden von mehr als 5000 Euro entstanden.

"Diese Aktion ist so sinnlos", versucht Pfarrer Thorak seinen Ärger zum Ausdruck zu bringen. Er kann sich nicht vorstellen, dass die elektrischen Geräte für jemand anderen brauchbar sind. Schließlich waren die Verstärker direkt auf die Marien-Kirche eingestellt. Das fange bei dem Verstärker für die Lautsprecher an. "In der Kirche verhallt sonst jeder Ton", erklärt Thorak. "Am Sonntag werde ich meine Leute darum bitten, nach vorn zu kommen", sagt er bedrückt. Schwieriger wird es für Hörgeschädigte. Denn der zweite Verstärker, der am Dienstag gestohlen wurde, war für die Hörschleife, die Hörgeräteträgern den Zugang zum Gottesdienst ermöglichte.

"Jetzt muss ich schnellstmöglich alles neu kaufen", sagt der Geistliche, der darüber hinaus nun auch nach neuen Mikrofonen und einem Mischpult für Kinder- und Jugendchor Ausschau halten muss. Diese Geräte wurden ebenfalls in der Sakristei aufbewahrt. Thorak ärgert vor allem, dass mit dem Diebstahl auch die Jüngsten betroffen sind. "Die Kinder der Kita nutzen die Kirche ebenfalls für Gottesdienste", erklärt er. Da die Mädchen und Jungen gerne und viel singen, hatte die Gemeinde extra Mikrofone angeschafft, die auch als Gruppenmikrofone genutzt werden können.

Erst 2009, mit der Innensanierung, hatte die Gemeinde die elektrischen Geräte neu besorgt. Alles sei auf die Marien-Kirche abgestimmt. Pfarrer Thorak überlegt nun, die Schränke in irgendeiner Art besser abzusichern.

Kurios bei dem Einbruch ist außerdem, dass die Täter 20 Öllichter mitgehen lassen haben. "Wir nutzen diese hier in der Kirche für das ewige Grablicht, auf Friedhöfen können sie ebenso als Grablicht genutzt werden", berichtet der Pfarrer. Doch wer stiehlt schon Kerzen aus der Kirche? Für den Geistlichen bleiben so manche Fragen offen. Zum Beispiel, wie die Täter überhaut in das Kircheninnere gelangt sind. "An den Türen sind keine Einbruchsspuren zu sehen", sagt er. Glücklicherweise hatten am Dienstagabend Anwohner die Unbefugten bemerkt. Vielleicht nur dadurch blieb das Keyboard beispielsweise an seinem Platz im Kircheninneren.

Nach ersten Erkenntnissen, so Polizeisprecherin Katja Loichen-Kurth, sind die Türen mit körperlicher Gewalt aufgezogen worden. Die aufgenommenen Spuren wurden nun an das Landeskriminalamt weitergeleitet. Inwieweit diese verwertbar sind, wird sich noch herausstellen, informiert sie auf Volksstimme-Nachfrage.