Schönebeck l Inflationär ist das nicht gerade. Während in der Vergangenheit zwölf Stadträten von Schönebeck der Titel „Ehrenstadtrat“ verliehen wurde, gibt es derzeit nur einen Ehrenbürger. Das ist Dario Malkowski. Der im Jahr 1926 geborene Bildhauer und Künstler bekam die Ehrenbezeichnung vor vier Jahren überreicht.

Dass es derzeit lediglich einen Ehrenbürger der Stadt gibt, hat einen simplen Grund: Das Ehrenbürgerrecht erlischt nämlich mit dem Tod des Inhabers und kann nicht vererbt werden. Was bleibt, ist nicht nur die Erinnerung an den Mann oder die Frau, sondern auch ein schriftlicher Eintrag in das Goldene Buch der Stadt Schönebeck. Denn jeder Ehrenbürger darf sich darin verewigen.

Der erste Schönebecker, dem die Ehre des Ehrenbürgers zuteil wurde, war ein Apotheker, ein Firmengründer und ein Verwalter: Dr. Karl Samuel Leberecht Hermann. Ihm wurde dieser besondere Titel im Juli des Jahres 1842 verliehen. Die Gründe dafür sind sowohl aus damaliger als auch aus heutiger Sicht nachvollziehbar. Hermann war ab 1807 jahrzehntelang Pächter der Chemischen Fabrik, der späteren Hermania. Er führte unter anderem das Leblanc-Verfahren zur Herstellung von Soda ein und gilt als Mitentdecker des chemischen Elements Cadmium (Cd).

Die Ahnengalerie

In der Ahnengalerie finden sich noch weitere Prominente, die Schönebeck, Groß Salze und Bad Salzelmen über die Stadtgrenzen hinaus bekannt machten:

• Heinrich von Kummer, Direktor der Schönebecker Saline (Jahr der Ernennung unbekannt)

• Otto Rahtlev, Regierungsrat aus Magdeburg (1876)

• Otto von Bismarck, Reichskanzler (1885)

• Albert Schildener, Zweiter Bürgermeister (1888)

• Otto Krause, Bürgermeister (1897)

• Wilhelm Dümling, Königlicher Kommerzienrat, Zweiter Bürgermeister (1912)

• Paul von Hindenburg, Generalfeldmarschall (1917)

• Maria Krause-Nebel, Bürgermeisterin (1973)

• Dr. Elisabeth Reinhold, Chefärztin des Schönebecker Krankenhauses (1973)

• Christof Grüger, Künstler im architekturbezogenen Raum (2011) und

• Dario Malkowski, Bildhauer und Keramiker (2011).

 

Während der Titel „Ehrenstadtrat“ neben dem Dankeschön eine nette Anerkennung für die Arbeit ist, profitieren Ehrenbürger der Stadt hingegen davon, dass städtische Einrichtungen von den Persönlichkeiten unentgeltlich genutzt werden dürfen. Das sind momentan die Stadtbibliothek, das Freibad, die Volksschwimmhalle und das Solequell. Zudem dürfen Ehrenbürger an allen öffentlichen Veranstaltungen der Stadt kostenfrei teilnehmen und werden zu besonderen Anlässen auch persönlich eingeladen.

Und wie kann man Ehrenbürger der Elbestadt werden? Ganz einfach: Jeder Bürger der Stadt kann einen schriftlichen Antrag mit ausführlicher Begründung zur Verleihung stellen. Hauptausschuss und Stadtrat entscheiden anschließend.