Ranies/Elbenau l „Betreten verboten – Lebensgefahr“. Mit rot-weißem Flatterband und Schildern mit dieser Aufschrift hat die Stadt Schönebeck das Sängerwäldchen in Ranies abgesperrt. Eigentlich will Danny Pabst, der Baumpflege- und -fällarbeiten durchführt, vergangene Woche im Zuge der Gefahrenabwehr nur Totholz entfernen und Bäume auf Standsicherheit prüfen. Doch vorgefunden hat er den Eichenprozessionsspinner, ein aktives Nest im unteren Baumbereich.

Er weiß um die gefährlichen Brennhaare der Raupen, die bei Menschen und Tieren allergische Reaktionen auslösen können. Und er weiß um das anstehende Sommerfest an diesem Wochenende, verständigt zwei Ranieser. „Ein Nest hätte man noch entfernen können. Aber dann sah ich auch aktive Nester an nebenstehenden Bäumen, im unteren und oberen Bereich“, erzählt Danny Pabst.

Die Stadt wird dazu gerufen und handelt sofort. Der Zutritt ist seitdem verboten, Warnschilder weisen auf eine Gefahrenzone hin. Jeder Baum wird nach alten und aktiven Nestern untersucht. „Eigentlich waren wir bemüht, das Problem diese Woche in den Griff zu kriegen, denn Raupen und Nester müssen abgesaugt werden“, sagt Ordnungsamtsleiterin Janine Zug. Das habe nicht ganz geklappt. Danny Pabst weiß, dass im kitanahen Bereich am Donnerstag erste Maßnahmen stattgefunden haben.

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Sommerfest auf Sportplatz

Das Ranieser Sommerfest wird an diesem Wochenende statt im Sängerwäldchen auf dem Sportplatz gefeiert.

Der Eichenprozessionsspinner ist derzeit nicht nur in Ranies aktiv. Auch in Elbenau. „Ich fahre immer mit dem Rad von Grünewalde zur Arbeit zur Waldschule Elbenau. Und da sind mir an den Bäumen am Radweg die Raupen aufgefallen“, erzählt Horterzieherin Antje Celba. Sie ist seit zehn Jahren an der Schule und weiß noch gut, dass es vor Jahren schon einmal diese Probleme gab. Sofort sei es ihr durch den Kopf geschossen: Du musst unbedingt die Bäume auf dem Schulgelände anschauen. Und wirklich – fünf, sechs Bäume sind befallen. Das war vor knapp zwei Wochen. Mittlerweile ist die Gefahr gebannt, die Nester und Raupen sind abgesaugt. Der betreffende Bereich kann von den Kindern wieder betreten werden.

Friedwald auch betroffen

Betroffen ist auch der angrenzende Friedwald. Der Eichenprozessionsspinner trete zwar auf, es handele sich aber nicht um einen akuten Massenbefall, teilt Sarah Tabola von der Friedwald GmbH mit. Er komme punktuell vor, meist in großer Höhe an einzelnen Stämmen. Die Nester mit Spezialsaugern absaugen, „das tun wir an den Stellen, wo Menschen mit den Nestern in Berührung kommen könnten oder wo ein höheres Aufkommen an Menschen zu erwarten ist – Andachtsplatz, Informationstafel“. Für Besucher seien überall an den Wegen Hinweisschilder angebracht, die auf das Vorkommen der Raupe aufmerksam machen und auf die Allergiegefahr hinweisen.

Aus der Erfahrung heraus rät Pretziener Danny Pabst: „Aufpassen im Eichenwald.“ Auch wenn keine aktiven Nester sichtbar seien – „viele Leute sammeln Totholz. Selbst wenn die Raupe vor vier, fünf Jahren darin gekrabbelt ist – die gefährlichen Haare sind noch da“. Eine allergische Reaktion könne lebensgefährlich werden, vor allem für Kleinkinder und ältere Menschen. Deshalb werde vor dem Kontakt gewarnt.