Großmühlingen l Ein alter Fernseher und ein Rucksack mit Süßigkeiten wurden bei der jüngsten Straftat aus den Schulgebäuden geklaut. Die Leckereien waren für die Kinder der Grundschule „Friedrich Loose“ in Großmühlingen bestimmt. Erst vor wenigen Wochen wurde schon einmal dort eingebrochen.

„Das macht mich sprachlos“, kommentiert Gemeindebürgermeister Bernd Nimmich (SPD) die erneuten Einbrüche in die Schulgebäude. Kurz vor sechs Uhr morgens bemerkte die Hausmeisterin eine offene Tür im Hortbereich. Die Eingangstür war zwar aufgebrochen, aber von den Einbrechern wieder zugezogen worden. Schnell alarmierte sie die Polizei. Die vom letzten Einbruch noch provisorisch geflickten Türen waren wieder demoliert und gewaltsam geöffnet worden.

Unterrichtsausfall

Nachdem sichergestellt wurde, dass die Einbrecher sich nicht mehr im Gebäude befanden, wurde die Kriminaltechnische Untersuchung zur Unterstützung gerufen. Die vor Ort gesicherten Spuren wertet das Landeskriminalamt aus. „Dies kann aber, je nach Priorität, bis zu einem halben Jahr dauern“, so ein Sprecher der Polizei. Währenddessen kamen die Schüler der Grundschule und der angrenzenden Sekundarschule zum Unterricht. Da dieser jedoch abgesagt werden musste, nahmen viele Eltern die Kinder gleich wieder mit, oder ließen sie im Hort.

Sylvio Gebser, Regionalbereichsbeamter (RBB) der Gemeinde Bördeland, und Holger Scholz, RBB der Stadt Schönebeck, sind ebenfalls erschüttert über die erneuten Einbrüche. „Es kommt häufig vor, dass sogar die Rucksäcke der Kinder mit Diebesgut befüllt und mitgenommen werden“, erklären sie. Schon nach dem letzten Einbruch war die Betroffenheit gerade unter den Schülern groß. „Viele Täter wissen nicht, welchen psychischen Schaden sie bei den Kindern hinterlassen“, so Sylvio Gebser. Weiter berichtet er, dass die Eltern von den Kindern der betroffenen Schulklassen schon von Wesensänderungen sprachen. „Teilweise schlafen einige Kinder nach den Einbrüchen nur noch mit Licht nachts ein. Die Kinder sehen die Schule als sicheren Ort an. Wenn dort dann was passiert, fragen sie sich schnell, ob so etwas auch zu Hause passieren kann.“

Nach den letzten Einbrüchen im März besuchten am nächsten Tag die zuständigen Regionalbereichsbeamten der Gemeinde Bördeland jede Klasse. In ausführlichen Gesprächen wurde über die Einbrüche diskutiert.

Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen

Schon damals konnten die Täter nur Laptops, jedoch kein Geld entwenden. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden verschärft. „Die Klassenkassen sind längst nicht mehr in der Schule gelagert. Auch sonst befindet sich in den Gebäuden kein Geld“, erklärt Bernd Nimmich. „Nun werden wir eine Alarmanlage installierten lassen, welche durch einen Wachschutz überwacht wird.“

Einen Wachschutz wollten ein paar Grundschüler selbst schon gründen. Sie wollen den Gauner packen, bekräftigten sie gegenüber dem Bürgermeister ihre Absichten.