Schönebeck l Das Wetter hat schon einmal alles richtig gemacht. Als die Wasserwehren aus den Städten Schönebeck, Barby und Calbe am 4. November um 9 Uhr ihre gemeinsame Übung starteten, war es zwar kalt - aber trocken. Wäre die Übung einen Tag später angesetzt worden, wären die vielen ehrenamtlichen Helfer in einen Dauerregen geraten und hätten sich, ihrem Namen gemäß, tatsächlich dem Wasser (von oben) erwehren müssen.

Die Verantwortlichen um Schönebecks Wasserwehr-Chef Dirk Lindner hatten für die gemeinsame Übung vier Stationen initiiert. So galt es zum Beispiel am Elbtor eine mobile Hochwasserschutzwand aufzubauen. Die Schönebecker Wasserwehr-Leute haben das schon mehrfach ausgeführt - für die Kameraden aus Calbe und Barby war das eher Neuland.

Sandsack-Nähmaschinen

Auf dem einstigen Busbahnhof an der Tischlerstraße präsentierten Hersteller von Schutzsystemen ihre Produkte, dazu gehören etwa Sandsack-Füllgeräte, Sandsack-Nähmaschinen und Aqua Barrier.

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„Uns geht es darum, nicht nur Sandsäcke zu schubsen, sondern die Aufgaben im Katastrophenfall in ihrer Gesamtheit darzustellen und alles, was sich in der Folge an Arbeiten ergibt. Auch die Bandbreite der Möglichkeiten“, erläuterte Dirk Lindner zum Beginn der gemeinsamen Übung.

Funkgeräte gesponsert

Diesen Zeitpunkt nahm der Betriebsleiter der Schönebecker Maschinenbau (SMB) GmbH, Jens Schünemann, wahr, um der Schönebecker Wehr vier Mobilfunkgeräte als Geschenk zu übergeben: zur Verständigung untereinander. Denn politisch betrachtet gibt es ein Problem. Die Wasserwehren dürfen nicht das Digitalfunknetz nutzen, das Feuerwehren zur Verfügung steht. Hier gibt es offenbar Kompetenzgerangel, während Feuerwehren dem Ministerium des Innern unterstehen, sind Wasserwehren beim Umweltministerium angesiedelt. Als offizieller Grund wird genannt, dass das Digitalfunk-Netz nicht die Kapazität aufweise, um auch die Wasserwehren aufzunehmen. Schönebecks Wasserwehr-Leiter Lindner bleibt nichts übrig, als das so hinzunehmen. Um so erfreuter war er über die unkomplizierte Hilfe durch die SMB.

Zu Übungsbeginn sprach Schönebecks Oberbürgermeister Bert Knoblauch (CDU) zu den Ehrenamtlichen. „Wir haben seit fünf Jahren Friedenszeiten“, sagte er. Aber gerade deshalb dürfe die Motivation in den Wasserwehren nicht sinken. Stadtrat Torsten Pillat (CDU), der zur gleichen Zeit in seinem Geschäft am Markt stand, äußerte sich gegenüber der Volksstimme mit lobenden Worten: „Ich finde es sehr gut, dass sich diese Mitbürger dieser Aufgabe in ihrer Freizeit stellen. Mein Respekt.“

Kinderwehr aus Egeln

Zur Übung eingeladen und auch angereist waren Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren Egeln und Etgersleben. Sie kamen sogar mit einem Schwung ganz junger Feuerwehrleute, sprich: Kinder; rein zur Information darüber, wie sich eine Stadt wie Schönebeck im Fall einer Elbeflut der Gefahr stellen will.

Zur Wasserwehr Schönebeck gehören aktuell 30 Bürger, darunter vier Frauen. Neue sind aber stets willkommen, versichert Dirk Lindner.

Ob nun neben dem Wetter auch die Kameraden der Wasserwehren bei der Übung alles richtig gemacht haben - muss noch ausgewertet werden.