Schönebeck/Wolmirstedt l Polizeibeamte hatten sich in Wolmirstedt auf die Lauer gelegt. Sie beobachteten am Mittwoch, wie der 42-Jährige in ein Postverteilzentrum einstieg. „Dann hat er gemerkt, dass er hier nicht allein ist und hat die Flucht ergriffen. Wenig später hatten wir ihn“, beschreibt Polizeisprecher Joachim Albrecht am Donnerstagabend der Volksstimme.

In mehr als 20 Fällen soll der Mann aus Könnern (Salzlandkreis) in das Verteilzentrum und Filialen eingebrochen sein. Tresore wurden aufgebrochen, vor allem auf Bargeld hatte es der Einbrecher abgesehen. Seine Beute insgesamt: mehrere Tausend Euro. „Wir sind stolz, dass uns nun ein Fahndungserfolg gelungen ist“, so Albrecht. „Der Täter hatte uns in diesem Jahr ganz schön auf Trab gehalten.“

Mittwoch festgenommen

Bereits kurze Zeit nach den ersten Einbrüchen hatte die Polizei eine Einsatzkonzeption erstellt. Kriminalbeamte hatten danach vor allem Mitarbeiter der Post befragt. Auch Zeugen waren natürlich vernommen worden.

Nach jedem neuen Einbruch untersuchten Kriminaltechniker den Tatort akribisch und sicherten jede Spur. „Zudem wurden die relevanten Bereiche verstärkt durch Beamte unter Verwendung von Einsatz- sowie Zivilfahrzeugen bestreift“, erklärt der Polizeisprecher. Nach Auswertung aller Daten entschied man sich zu einer Observierung der Post-Gebäude - mit Erfolg. Gegen 22 Uhr am Mittwoch wurde der Mann in unmittelbarer Nähe des Tatortes festgenommen. Er war zuvor über ein Fenster in das Verteilzentrum eingebrochen. Ein Polizeihund hatte dort die Fährte aufgenommen und war anschließend direkt zu dem 42-Jährigen gelaufen und legte sich vor dem Mann ab. Für die Polizei ein weiteres wichtiges Indiz.

Der Serieneinbrecher ist für die Polizei kein Unbekannter. Laut Albrecht hatte er bereits in der Vergangenheit Straftaten begangen. Aber er hatte offenbar nicht allein gehandelt: Die Polizei nahm eine mutmaßliche Komplizin fest. Die 38-Jährige stammt ebenfalls aus dem Salzlandkreis. Sie hatte mit einem Opel Astra auf einem Parkplatz offenbar auf ihren Freund gewartet. Dort wurde sie auch von Polizisten aufgegriffen.

Mann in Polizeigewahrsam

Eine Wohnungsdurchsuchung bei dem mutmaßlichen Täter wurde ebenfalls veranlasst. Ergebnisse wollte die Polizei Donnerstag noch nicht mitteilen. Die Staatsanwaltschaft prüft gegenwärtig die Stellung eines Haftantrag - solange bleibt der Mann ohnehin in Polizeigewahrsam. Die 38-Jährige dagegen konnte zunächst nach Hause fahren.

Ob und wann gegen beide Anklage erhoben wird, ist noch nicht klar.