Calbe/Schwarz l Einige Feuerwehren, vor allem im ländlichen Raum, klagen über schwindende Mitgliederzahlen und zu wenig Nachwuchs. In Calbe ist man aber noch verhältnismäßig gut aufgestellt, wie Stadtwehrleiter Jan Roschkowski berichtet. „Insgesamt haben wir in Calbe und Schwarz 82 aktive Kameraden. Dazu kommen dann noch unsere Kinder- und Jugendwehr und unsere ‚Altersbrigade‘“, sagt Jan Roschkowski.

„Wir haben in Calbe 27 jugendliche Mitglieder und in Schwarz fünf“, ergänzt Lars Roschkowski, Ortswehrleiter der Calbenser Feuerwehr und stellvertretender Stadtwehrleiter.

Stabile Mannstärke

Doch auch wenn die Mannstärke der Wehr noch durchaus stabil ist, beschäftige man sich natürlich auch in diesem Jahr damit den Nachwuchs zu sichern. „Wir sind eigentlich immer am kurbeln, um den Mitgliederstamm zu halten und neue Kameraden zu gewinnen“, sagt Stadtwehrleiter Roschkowski. Dabei denkt der Feuerwehrchef an die Zukunft, denn in 10 bis 15 Jahren würde man einen deutlichen Altersknick spüren können, so Roschkowski. Ein Großteil der Kameraden wäre dann nämlich altersbedingt nicht mehr im aktiven Dienst.

Allerdings sind der Stadtwehrleiter und der Ortswehrleiter mit der Jugendarbeit recht zufrieden. „Die Mitglieder in der Kinder- und Jugendwehr wachsen gut in die Feuerwehrarbeit hinein und auch die Eltern unterstützen das. Da können wir uns glücklich schätzen“, sagt Jan Roschkowski. Das Problem sei aber, dass ein Teil der Jugendlichen genau dann die Region verlässt, wenn sie bereit wären in den aktiven Dienst zu treten. „Sie sind dann in einem Alter in dem sie eine Ausbildung starten oder studieren gehen und es bleiben natürlich nicht alle in Calbe“, sagt Lars Roschkowski.

Ausbildung schreckt ab

Darüber hinaus gibt es noch zwei Aspekte, die das Gewinnen von Mitgliedern erschweren. Ortswehrleiter Roschkowski erklärt: „Ein Problem ist auch, dass Erwachsene, die bislang nichts mit der Feuerwehr zu tun hatten, in den seltensten Fällen in die Wehr eintreten. Manche sind vielleicht auch von der Ausbildung abgeschreckt, die parallel zum Arbeitsalltag natürlich dann auch etwas zeitaufwendig ist. Neue Mitglieder gewinnen wir also fast ausschließlich aus den Kinder- und Jugendwehren.“

Hinzu kommt noch, so Stadtwehrleiter Roschkowski, dass man in gewisser Weise in Konkurrenz zu anderen Institutionen, wie zum Beispiel Sportvereinen, stünde.

Ausbildung im Fokus

Ein anderes Thema, das auch dieses Jahr im Fokus der Feuerwehr steht, ist die Aus- und Weiterbildung. So soll unter anderem der Sprechfunk eine zentrale Rolle in der Ausbildung der Feuerwehrleute spielen. „Bei unserer großen Abschlussübung im vergangenen Jahr haben wir gemerkt, dass wir beim Funk noch etwas nachbessern müssen. Besonders bei größeren Einsätzen müssen die Kameraden wissen, wie sie die Kanäle an den Geräten einstellen oder auf andere Modi umschalten“, sagt Lars Roschkowski.

So eine große Übung ist auch in diesem Jahr wieder angedacht, sagt Jan Roschkowski. „Es ist zwar noch nichts Konkretes geplant, aber das Jahr ist ja auch noch jung. Vielleicht können wir auch wieder mit einer ortsansässigen Firma zusammenarbeiten und ein Szenario durchspielen“, so der Stadtwehrleiter.

Doch neben der Nachwuchsgewinnung und der Weiterbildung der Feuerwehrmitglieder bleibt für die Roschkowskis noch ein Ziel, das allem übergeordnet ist: Dass alle Kameraden aus ihren Einsätzen gesund wieder nach Hause kommen.