Schönebeck l Die Corona-Pandemie wirkt sich auf nahezu alle Bereiche des täglichen Lebens aus. Demzufolge sind auch ehrenamtlich Tätige und Hilfsorganisationen von der Krise getroffen. Darauf, dass beispielsweise eben auch die freiwilligen Feuerwehren und weitere Organisationen mit der Krise zu kämpfen haben, macht die sogenannte „Bluelightfirestation- Challenge“ aufmerksam.

Das ist eine Aktion in den sozialen Medien, beispielsweise auf Facebook oder Instagram, bei denen die Wehren ihre Gerätehäuser im Blaulicht der Einsatzfahrzeuge erstrahlen lassen – mitgemacht hat kürzlich auch die Stadtteilfeuerwehr Schönebeck. Via Facebook teilen sie ein zusammengeschnittenes Video, in dem das Gerätehaus und einige der Einsatzfahrzeuge – natürlich mit blauem Licht – in Szene gesetzt werden.

Keine Dienstabende und Ausbildungen

Doch wie genau wirkt sich die Pandemie auf die Feuerwehr aus? Maik Häring, Leiter der Wehr an der Tischlerstraße, erklärt: „Dienstabende und Ausbildungen können nicht stattfinden, Nachwuchs für die Feuerwehr zu begeistern wird viel schwieriger, und beim Einsatz müssen wir mit mehreren Fahrzeugen in kleinerer Besetzung ausrücken. Und diese Probleme haben nahezu alle Feuerwehren.“

Verknüpft mit dem Video auf der Facebookseite schreiben die Schönebecker Kameraden öffentlich: „Die Pflege der Kameradschaft durch gemeinsamen Sport, Kameradschaftsabende, gemeinsame Freizeitaktivitäten und Traditionspflege liegt völlig auf Eis. Kinder- und Jugendfeuerwehren stehen nahezu still, neue Mitglieder und Kameraden können kaum aufgenommen und integriert werden. Einzig und allein die Einsatzbereitschaft bleibt uneingeschränkt aufrecht erhalten.“

Arges Problem

Wehrleiter Häring sieht besonders bei jungen Kameraden den Ausfall der Ausbildungsstunden als „arges Problem“, schließlich muss regelmäßig geschult werden, um im Einsatz alle Abläufe routiniert beherrschen zu können. Obwohl natürlich auch bei erfahrenen Einsatzkräften die Weiterbildungen und Übungen unerlässlich sind. „Und alles nachzuholen ist zeitlich unmöglich zu stemmen. Da müssen wir uns noch überlegen, wie und wo wir da ansetzen, wenn Dienste wieder durchgeführt werden können“, so Maik Häring.

Weiterhin sei man bei der Feuerwehr natürlich immer daran interessiert, neue Leute für dieses Ehrenamt zu gewinnen. Doch dadurch, dass Veranstaltungen, bei denen die Kameraden für sich werben könnten, alle ausfallen mussten, sei das um ein vielfaches schwieriger geworden. „Und ein wenig Sorge habe ich auch mit Blick auf die Jugendfeuerwehr. Seit September konnte fast nichts mehr unternommen werden. Ich hoffe sehr, dass die jungen Kameraden deswegen nicht das Interesse verlieren.“

Im Förderverein helfen

Darüber hinaus betont der Wehrleiter, dass man nicht unbedingt in den aktiven Dienst eintreten muss, um die Kameraden der freiwilligen Feuerwehr zu unterstützen. Auch im Förderverein werden immer engagierte Bürger gesucht, so Häring. „Jede Hilfe ist willkommen.“

Nominiert wurden die Schönebecker Kameraden übrigens vom Ortsverband des Technischen Hilfswerks (THW) in Calbe, die ebenfalls ihr Gebäude in blaues Licht getaucht haben und dies im Internet veröffentlichten. Die Männer und Frauen der Wehr in der Tischlerstraße haben indes den Ortsverein Schönebeck des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), die Freiwillige Feuerwehr Bad Salzelmen sowie die Kameraden der Wehr in Güterglück, einem Ortsteil von Zerbst, nominiert, an der Bluelightfirestation-Challenge teilzunehmen.