Schönebeck/Staßfurt l Ziel des Verkaufsverbotes in diesem Jahr ist es, die Zugänglichkeit zu Pyrotechnik drastisch zu reduzieren. In der Konsequenz soll so eine Überlastung der Krankenhäuser verhindert werden. Denn jedes Jahr zu Silvester müssen sich die Notaufnahmen um Menschen kümmern, die sich beim Zünden von Raketen und Böllern verletzt haben. Das würde Kapazitäten binden, die während der Corona-Pandemie dringend freigehalten werden müssen. Vergangenes Jahr musste in der Silvesternacht in der Ameos-Klinik in Schönebeck beispielsweise zwei Brandverletzungen behandelt werden, so Ameos-Sprecherin Kathrin Adam.

Keine Kapazitäten binden

„Alle Maßnahmen, die zu einer Entlastung von Rettungsdiensten und Krankenhäusern führen, sind aus unserer Sicht gerade zwingend nötig, da alle Krankenhäuser an der Belastungsgrenze arbeiten“, teilt Kathrin Adam mit. Bei Ameos begrüßt man deshalb die Entscheidung des Verkaufsverbotes.

Die verschiedenen Supermärkte hingegen hatten die Raketen und Böller schon längst bestellt. So teilt Sophie Dilla aus der Pressestelle der Edeka Zentrale Minden-Hannover mit: „Da der Verkauf von Pyrotechnik in diesem Jahr gesetzlich untersagt ist, halten wir uns selbstverständlich in unseren Märkten daran. Die Ware aus diesem Sortiment wurde von den Märkten schon vor Wochen geordert. Mit unseren Lieferanten konnten aber Vereinbarungen getroffen werden, dass die Ware zurückgegeben werden kann.“

Keine neuen Prospekte

Auch die Kaufland-Märkte hatten bereits Pyrotechnik geordert, informiert Alisa Götzinger, Kaufland Unternehmenskommunikation. „Derzeit prüfen wir mit unseren Lieferanten, wie wir mit den bereits bestellten Feuerwerkskörpern umgehen“, so Götzinger. Darüber hinaus teilt die Sprecherin mit, dass die Kundenprospekte bereits gedruckt worden sind. Darin wird noch die Pyrotechnik beworben, die nun gar nicht verkauft werden darf. „Aufgrund der Kurzfristigkeit der neuen Anordnung und aus Umweltschutzgründen werden wir keine neuen Prospekte erstellen“, informiert Götziger.

Alles in allem dürfte der Wechsel ins neue Jahr also deutlich leiser ausfallen, als in den Vorjahren – vielleicht auch mal ganz nett.