Schönebeck/Trakai l Wäre der Städtepartnerschafts- ein Sportverein, könnte man sagen: Die Mannschaft hat einen guten Lauf. Zumindest was die Beziehungen von der Elbestadt nach Trakai ausmachen. All das, was sich die Mitglieder in diesem Jahr vorgenommen hatten, konnte auch abgearbeitet werden. Jetzt steht der Plan für das Jahr 2018 an.

Dass das Ziel erreicht wurde, so Vereinsvorsitzender Helmut Huppertz, ist im Grunde den handelnden Personen zu verdanken. Das sind zwar die Vereinsmitglieder, aber vorrangig zwei Köpfe, die besonders viel Herzblut in die Sache steckten: Markus Baudisch und Mechmet Tefikow. „Beide haben sich sehr stark engagiert und viel Zeit geopfert. Sie haben maßgeblich dazu beigetragen, dass wir heute diesen Stand erreicht haben“, so Huppertz.

Absichtserklärung unterzeichnet

Vorgenommen hatte sich der Städtepartnerschaftsverein Anfang des Jahres, dass zwischen beiden Regionen – Trakai und Schönebeck – ein Absichtserklärung unterzeichnet wird: ein „Letter of Intent“. Nach mehreren Besuchen und noch viel mehr E-Mails in Richtung Baltikum stellte der Stadtrat mit seiner Entscheidung die Weiche in diese Richtung. Erst vor vier Wochen besuchte eine Delegation die Elbestadt, dabei wurde der Freundschaftsvertrag unterschrieben, der eine Vorstufe zu einer gelebten Partnerschaft auf breiter Ebene sein soll.

Der nächste Schritt in diese Richtung kann schon im nächsten Jahr gegangen werden. Dann werden rund 25 Gäste aus Trakai nach Schönebeck eingeladen. „Dabei soll es sich nicht ausschließlich um Verwaltungsmitarbeiter von dort handeln“, machte Helmut Huppertz deutlich. Viel mehr fragt der Schönebecker Städtepartnerschaftsverein nun in Trakai ab, welche Vereine, Gruppen und Institutionen es gibt und vergleicht die Schnittmengen mit der Stadt Schönebeck.

Hintergrund ist, dass möglichst viele Vereinsmitglieder aus Litauen eingeladen werden, die womöglich einen Partnerverein hier auch in Schönebeck vorfinden. Die Gedanken gehen in Richtung Sport (mit Fußball, Handball, Leichtathletik sowie Rudern), Feuerwehr und Kultur. Aber auch die Wirtschaft auf beiden Seiten ist nicht außen vor. Anknüpfungspunkte gibt es zudem im Tourismus. „Wie blicken der Freundschaft zwischen beiden Städten positiv entgegen“, so Huppertz.

Unter einem guten Stern

Insgesamt steht das Programm unter einem guten Stern: Nicht nur, dass sich die Mitglieder des Städtepartnerschaftsvereines einbringen wollen. Auch die Europäische Union spielt kräftig mit – nämlich mit Geld. Litauen und Deutschland sind EU-Länder, Förderungen jederzeit unter bestimmten Bedingungen möglich.

So planen die Schönebecker Ende Mai/Anfang Juni eine Kurzvisite in Trakai. Das gesamte Jahr 2018 über werden dort gleich zwei Jubiläen gefeiert: 100 Jahre Trakai und 1.000 Jahre Litauen. „Eine Gruppe aus Schönebeck ist zu diesen Feierlichkeiten eingeladen“, freut sich der Vorsitzende des Städtepartnerschaftsvereines.

Und noch etwas hat der Kontakt bereits bewirkt: Die Trakaier haben sich die Möglichkeit der Gründung eines Städtepartnerschaftsvereines „abgeguckt“. So eine Vereinigung soll dort nun auch geschaffen werden.