Aschersleben/Staßfurt l Am Freitag war in dem Gebäude ein Feuer ausgebrochen, am Montag teilte die Polizei mit, Ermittler hätten Spuren eines Brandbeschleunigers gefunden. Ein technischer Defekt als Ursache für das Feuer sei so ausgeschlossen.

„Brandstiftung in einer Moschee ist erschütternd. Jede Gewalt gegen Menschen wegen ihres Glaubens ist zu verteilen. Die Freiheit der Religionsausübung müssen wir als DemokratInnen gemeinsam verteidigen“, sagte Katja Pähle, SPD-Fraktionschefin im Landtag.

Gebetsraum erst in Betrieb genommen

„In Deutschland – und somit auch in Aschersleben – gilt die Religionsfreiheit. Daher ist ein Vorgehen wie der offensichtliche Anschlag auf den Gebetsraum der islamischen Gemeinde völlig inakzeptabel. Ich hoffe, dass die Ermittlungen der Polizei erfolgreich sind und der oder die entsprechende(n) Täter dingfest gemacht werden“, sagte Acherslebens Andreas Michelmann der Volksstimme:

Der Gebetsraum in Aschersleben war erst vor wenigen Monaten in Betrieb genommen worden. Moawia Al-Hamid, Vorsitzender des Dachverbandes islamischer Gemeinden Sachsen-Anhalt sagte, dass viele andere Gemeinden im Land dafür Geld zur Verfügung gestellt hätten.

Seinen Angaben zufolge haben bisher das Gebetszentrum mehr als 100 Menschen regelmäßig besucht. Es sei in der Vergangenheit auch bereits zu anderen Vorfällen in Sachsen-Anhalt gekommen. Zum Beispiel Hakenkreuz-Schmiereien sogar im Innern von Gebetsräumen. Man arbeite mit der Polizei zusammen, sei aber zurückhaltend dabei, solche Fälle öffentlich zu machen, um die Muslime im Land nicht zu sehr zu beunruhigen.

Polizei sucht Zeugen

Die Polizei sucht nach Zeugen, um den Täter für den Brandanschlag zu ermitteln. Alle sachdienlichen Hinweise nimmt das Polizeirevier Salzlandkreis unter der Nummer 03471/3790 entgegen.