Tarifverhandlung

Gehaltssteigerung bereits eingeplant

Nach Tarifverhandlungen erhalten Mitarbeiter im öffentlichen Dienst mehr Geld. Die Mehrausgaben wurden in Schönebeck bereits berücksichtigt.

Schönebeck l Die Mitarbeiter im öffentlichen Dienst erhalten mehr Geld. Vergangene Woche haben sich Arbeitgeber von Bund und Kommunen und die Gewerkschaften geeinigt. Demnach steigt in der niedrigsten Entgeltgruppe das Gehalt um 4,5 Prozent. In der höchsten sind es 3,2 Prozent. Jedoch nicht mit sofortiger Wirkung. Zunächst steigen die Löhne zum 1. April kommenden Jahres um 1,4 Prozent beziehungsweise um mindestens 50 Euro. Das Jahr darauf, also zum 1. April 2022, folgt eine weitere Steigerung von 1,8 Prozent.

Bedeutet das, dass die Stadt Schönebeck den städtischen Haushalt nochmal neu planen muss? Nein, das muss nicht getan werden, teilt Stadtsprecher Frank Nahrstedt mit.

Die Stadt hat Erhöhungen nämlich bereits mit Schätzwerten berücksichtigt. „Ab dem 1. September wurde eine Tarifsteigerung in Höhe von 2,5 Prozent geschätzt und bei der Haushaltsplanung 2020 berücksichtigt. Die Schätzung basiert auf der Grundlage der letzten Tariferhöhungen. Für die Folgejahre 2021 bis 2024 wurde ebenfalls bei der Personalkostenplanung eine Tarifsteigerung jährlich zum 1. September in Höhe von 2,5 Prozent fortgeschrieben“, erklärt Frank Nahrstedt.

Insgesamt profitieren 207 Beschäftigte und acht Auszubildende der Stadt Schönebeck davon. Für das Jahr 2020 hat die Stadt für diese 215 Personen insgesamt 11.368.700 Euro und für das Jahr 2021 11.842.700 Euro in den Haushalt eingestellt, so der Stadtsprecher.

Für Ulrich Silberbach, Bundesvorsitzender des Deutschen Beamtenbundes, ist die Einigung quasi der „Corona-Kompromiss“. „Wir haben mit diesem Abschluss das aktuell Machbare erreicht“, fasste Silberbach am Ende der Verhandlungen zusammen.

Wie die Gewerkschaft verdi mitteilt, wurden zudem für Pflegekräfte gesonderte Gehaltssteigerungen vereinbart. Ab März kommenden Jahres wird eine Pflegezulage von 70 Euro gezahlt. Ein Jahr später wird diese auf 120 Euro erhöht. „Die Zulage in der Intensivmedizin wird mehr als verdoppelt auf 100 Euro monatlich, die Wechselschichtzulage steigt von 105 auf 155 Euro monatlich. In den Betreuungseinrichtungen wie Altenheimen wird die Pflegezulage mit einem Plus von 25 Euro auf Gleichstand mit den kommunalen Krankenhäusern gebracht. Ärzte in den Gesundheitsämtern erhalten ab März 2021 eine Zulage von 300 Euro monatlich“, heißt es in einer Pressemitteilung der Gewerkschaft.

Insgesamt sind rund 2,3 Millionen Menschen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes bei Bund und Kommunen und profitieren von den neu verhandelten Gehaltssteigerungen.