Staßfurt/Schönebeck (ac) l Der Krankenstand im Salzlandkreis ist im ersten Halbjahr 2020 gestiegen. Die Zahl der Erkrankungen nahm während der Corona-Pandemie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,3 Prozentpunkte zu. Mit 6,3 Prozent gab es in der Region einen deutlich höheren Krankenstand als im Landesdurchschnitt (5,3 Prozent) – das alles geht aus dem DAK-Gesundheitsreport hervor, den die Krankenkasse derzeit vorlegt. Laut der Studie waren damit an jedem Tag des ersten Halbjahres von 1000 Arbeitnehmern 63 krankgeschrieben.

Blick auf den Salzlandkreis im Jahr 2019

Die aktuelle Analyse der DAK-Gesundheit für den Salzlandkreis zeigt die Entwicklung des Krankenstands im vergangenen Jahr und die wichtigsten Veränderungen im ersten Halbjahr 2020 auf. Hier wird deutlich, wie sich die Anzahl und Dauer der Krankschreibungen während der Corona-Krise in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres veränderten. Die Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen wie Depressionen und Angstzustände stiegen während dieses Zeitraums am stärksten von allen Diagnosen um 67 Prozent an.

Die meisten Ausfallstage entfielen auf Muskel-Skelett-Erkrankungen, zu denen Rückenleiden gehören. Die Zahl der Krankschreibungen nahm um fast neun Prozent zu und verursachte damit erneut den größten Anteil am Krankenstand in der Region. Um rund 14 Prozent zurückgegangen ist hingegen verletzungsbedingter Arbeitsausfall.

Höchster Krankenstand

Im gesamten Vorjahr 2019 betrug der Krankenstand im Salzlandkreis 5,8 Prozent. Damit hatte die Region den höchsten Krankenstand im Jahr 2019 in Sachsen-Anhalt. Zum Vergleich: Der niedrigste wurde mit 5,0 Prozent in der Landeshauptstadt Magdeburg verzeichnet.

Besonders im Blickfeld stehen die Atemwegserkrankungen aufgrund der Regelung des Gemeinsamen Bundesausschusses, wonach sich Patienten mit leichten Erkältungssymptomen von März bis Ende Mai telefonisch krankschreiben lassen konnten.

Fehlzeiten nehmen zu

Die Auswertung des DAK-Gesundheitsreports im Salzlandkreis zeigt, dass die Fehlzeiten bei Atemwegserkrankungen im Vergleich zum Vorjahr zwar um neun Prozent zunahmen, aber immer noch unterhalb des Wertes aus dem Grippejahr 2018 lagen.

„Aus unserer Sicht ist das ein klarer Beleg dafür, dass einfache Lösungen für das Krankschreibungs-Geschehen sehr sinnvoll sind“, sagt Andreas Umlauf, Leiter Servicezentrum der DAK-Gesundheit im Salzlandkreis. „Wir müssen nicht nur bei COVID-19, sondern bei vielen Erkrankungen generell die Ansteckungsgefahr für das Praxispersonal und für andere Patienten mit bedenken. Wenn neue Formen der Kommunikation die persönliche Begegnung in der Arztpraxis ersetzen, ist das ein wichtiger Fortschritt.“

Drei Erkrankungsarten

Der Gesundheitsreport für den Salzlandkreis analysiert neben dem ersten Halbjahr 2020 wie jedes Jahr auch die Fehlzeiten des vergangenen Jahres. Die Vollauswertung des gesamten Jahres 2019 zeigt, dass sich mehr als die Hälfte aller Fehltage auf drei Krankheitsarten zurückführen lassen.

An erster Stelle stehen Muskel-Skelett-Probleme wie zum Beispiel Rückenleiden. Sie sind für beinahe jeden vierten Fehltag von Beschäftigten in der Region verantwortlich. Es folgen mit rund 14 Prozent Atemwegserkrankungen, zu denen Bronchitis oder Sinusitis zählen. Psychische Erkrankungen, etwa Depressionen und Angstzustände, stehen an dritter Stelle (13 Prozent).