Schönebeck/Staßfurt l Im Salzlandkreis fallen Arbeitnehmer krankheitsbedingt häufiger aus, als im Rest Sachsen-Anhalts. Im Landesdurchschnitt beträgt der Krankenstand 5,5 Prozent im Jahr 2018. Der Salzlandkreis liegt mit 5,9 Prozent über dem Schnitt und zählt mit Mansfeld-Südharz (6 Prozent) und dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld (5,9 Prozent) zu den „krankesten“ Regionen. Das ist das Ergebnis des DAK-Gesundheitsreports 2019. Mit 5,1 Prozent ist der Krankenstand in der Landeshauptstadt Magdeburg am geringsten.

Die meisten Fehltage im Salzlandkreis fallen dabei durch Erkrankungen des Muskel- und Skelettsystems an. 22,4 Prozent aller Fehltage in der Region lassen sich auf Beschwerden wie Rückenschmerzen, Bandscheibenvorfälle oder Knieprobleme zurückführen. An zweiter Stelle stehen mit 18,5 Prozent Erkrankungen des Atmungssystem. Dazu zählt die klassische Erkältung oder auch eine Bronchitis. An dritter Stelle – mit 10 Prozent – stehen Verletzungen, die zu Fehltagen führen.

Sucht wirkt sich auf Arbeitswelt aus

Überdies werden im Gesundheitsreport auch Sucht und Abhängigkeit im Zusammenhang mit Krankschreibungen beleuchtet. Hierbei handelt es sich aber um Angaben auf Landesebene. Eine der Kernaussagen dazu: „Erwerbstätige in Sachsen-Anhalt mit Hinweisen auf eine mögliche Suchtproblematik haben einen fast doppelt so hohen Krankenstand wie ihre Kollegen ohne Hinweise.“ Unabhängig davon, um welche Diagnose, also welche Suchtproblematik, es sich handelt: sie fehlen öfter krankheitsbedingt am Arbeitsplatz.

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Laut Gesundheitsreport ist rund ein Viertel aller Beschäftigten Raucher (23,7 Prozent abhängig, 4,6 Prozent Gelegenheitsraucher). Auf das Land hochgerechnet sind das 219.000 zigarettenabhängige Arbeitnehmer. Am wenigsten Raucher gibt es unter den 18- bis 29-Jährigen. 16,3 Prozent dieser Altersgruppe greift zur Zigarette. Im Gegensatz dazu stehen die 60- bis 65-Jährigen mit 23,7 Prozent Raucheranteil an der Spitze der Statistik.

E-Zigaretten verbreitet

Und auch E-Zigaretten sind verbeitet. 4,9 Prozent der Arbeitnehmer in Sachsen-Anhalt „dampfen“.

Noch verbreiteter ist der Konsum von Alkohol. Rund 79 Prozent der Beschäftigten trinkt zumindest gelegentlich Alkohol, so die Statistik im Gesundheitsreport. Jeder 17. Arbeitnehmer habe zudem ein „riskantes“ Trinkverhalten – das sind 53.000 arbeitende Sachsen-Anhaltiner.

Schäden durch riskanten Alkoholkonsum

Der Alkoholkonsum gilt als riskant, wenn Männer eine Reinalkoholmenge von 24 Gramm pro Tag zu sich nehmen – das entspricht zwei Bier á 0,3 Liter. Für Frauen gilt laut Gesundheitsreport der halbe Wert, also 12 Gramm Reinalkohol pro Tag. Selbst wenn die Personen an zwei Tagen pro Woche gar keinen Alkohol konsumieren, besteht ein erhöhtes Risiko für alkoholbedingte Folge-schäden und Erkrankungen.

Ein Blick auf die Statistiken des Gesundheitsreports verrät, dass eher junge Erwerbstätige zu einem riskanten Konsum neigen. 16,1 Prozent der 18- bis 29-Jährigen haben einen riskanten Alkoholkonsum. Bei 3,2 Prozent ist der Konsum definitiv schädlich und es kann sich bereits um eine Alkoholabhängigkeit handeln. Mit steigendem Alter wird der Anteil derer geringer, die ein riskantes oder schädliches Konsumverhalten ausfweisen. Unter den 60- bis 65-Jährigen sind beispielsweise „nur“ 0,5 Prozent, die schädliche Mengen konsumieren und 7,1 Prozent die riskante Mengen zu sich nehmen.

Trinker führen Statistik an

Und dass das Trinkverhalten einen Einfluss auf die Arbeitswelt hat, zeigt der Gesundheitsreport auch auf. Wegen Alkohol zu spät zur Arbeit kommen oder früher Schluss machen, unkonzentriert oder abgelenkt sein, Alkohol am Arbeitsplatz konsumieren oder gar Krankschreibungen aufgrund von Alkoholkonsum – die Arbeitnehmer, die mehr trinken, führen in den aufgeführten Beispielen die Statistik an. Unter den Befragten, die einen schädlichen Gebrauch aufweisen, gaben 27,2 Prozent an, dass sie in den letzten drei Monaten wegen Alkohol zu spät die Arbeit erreichten oder deswegen früher gingen. Bei denen, die ein risikoarmen Konsum angeben, ist es nur ein Prozent.

Übrigens: Der Salzlandkreis mag zu den „krankesten“ Regionen in Sachsen-Anhalt gehören, aber es gibt auch eine positive Entwicklung. Im Vergleich zum Gesundheitsreport 2018 ist der Krankenstand in der hiesigen Region nämlich gesunken. Im Report 2018 betrug der Krankenstand noch 6 Prozent.