Wie läuft eine Organspende ab?

Voraussetzung für eine Organspende ist zunächst, dass eine Einwilligung, beispielsweise in Form eines Organspendeausweises oder einer Patientenverfügung, besteht. Ist dies nicht vorhanden, werden die nächsten Angehörigen um eine Entscheidung im Sinne des Verstorbenen gebeten.

Zudem müssen zwei Fachärzte den endgültigen, nicht behebbaren Ausfall des gesamten Gehirns feststellen, bevor Spenderorgane entnommen werden dürfen.

Zum Schutz der Organempfänger werden Laboruntersuchungen durchgeführt, um Infektionen oder Tumorerkrankungen möglichst ausschließen zu können.

Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) übermittelt alle erforderlichen Daten an die Vermittlungsstelle Eurotransplant, wo nach dem passenden Empfänger auf der Warteliste gesucht wird. Die Vergabe richtet sich ausschließlich nach medizinischen Kriterien, wie Dringlichkeit und Erfolgsaussicht der Transplantation.

Die DSO organisiert in Absprache mit dem Entnahmekrankenhaus und den Transplantationszentren die Organentnahme. Die Organspende erfolgt unter den gleichen Bedingungen wie eine Operation.

Die Organe werden sorgfältig verpackt und zügig zu den entsprechenden Transplantationszentren transportiert, wo der Empfänger bereits für die Operation vorbereitet werden. Anschließend erfolgt die Transplantation.

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Schönebeck/Staßfurt l Über 9000 Menschen in Deutschland stehen auf der Warteliste für ein Spenderorgan. Auf der anderen Seite gibt es aber vergleichsweise wenige Organspender. 2019 waren es laut Jahresbericht der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) 932 Spender, denen nach ihrem Tod insgesamt 2995 Organe entnommen wurden. Das Jahr zuvor waren es 955 Spender und 3113 Organe.

Wie Kathrin Adam, Pressesprecherin beim Klinikbetreiber Ameos, mitteilt, konnten in den vergangenen drei Jahren in den Ameos-Kliniken im Salzlandkreis insgesamt neun Organspenden ermöglicht werden. „Im Einzelnen waren es 2018 eine Spende, 2019 vier und 2020 ebenfalls vier“, so Adam.

Transplantation als einzige Möglichkeit

Für die Behandlung von Patienten sind Organspenden teilweise unabdingbar. Je nach Erkrankung ist die Transplantation eines Organs die einzige Möglichkeit, um dem Patienten – also dem Spendeempfänger – helfen zu können. Dazu erklärt Katrin Adam: „Der größte Bedarf besteht folglich bei Organen, für die keine Überbrückungsmöglichkeit besteht. Während beispielsweise bei einer schweren Nierenerkrankung die Dialyse als Überbrückung oder als dauerhafter Organersatz zur Verfügung steht, gibt es eine vergleichbare Lösung zum Beispiel bei einer Herzschwäche nicht. Daraus ergibt sich auf der Empfängerseite ein entsprechend großer Druck beim Warten auf ein neues Organ.“

Wie aus dem Jahresbericht der DSO hervorgeht, ist die Niere das mit Abstand am häufigsten benötigte Organ. 7148 Menschen warten auf ein geeignetes Spenderorgan. An zweite Stelle steht die Leber, 868 Menschen auf der Warteliste benötigen dieses Organ. Es folgen Herz (722), Lunge (276) und Pankreas (257).

Einzelgespräche und Beratungen in Kliniken

Die Organisation der Organspenden obliegt in Deutschland vor allem der DSO (wie genau eine Spende abläuft, lesen Sie im obenstehenden Infokasten). Zudem bewirbt die Stiftung den Organspendeausweis und klärt über Organspenden auf. Im Krankenhaus selbst führen die transplantationsbeauftragten Ärzte in den Fällen, die für eine Organspende in Frage kommen, individuelle Einzelgespräche und beraten Angehörige, auch mit Unterstützung der Deutschen Stiftung Organtransplantation, teil Kathrin Adam mit. „Interessenten können über unsere Klinika auf Wunsch einen Organspendeausweis – verbunden mit einem Einzelgespräch – erhalten“, so die Ameos-Sprecherin weiter.

Wer sich weiter über das Thema Organspende informieren oder einen kostenlosen Organspendeausweis bestellen möchte, der findet auf der Website www.organspende-info.de alles Weitere dazu.