Bad Salzelmen l Das Absperr-Flatterband um die Verlängerung des Soleschiffes am Gradierwerk gehört bald der Vergangenheit an. Die hölzerne Dachkonstruktion wird dieser Tage erneuert. Im Juli 2019 musste dieser Teil des Soletiefbehälters abgesperrt werden. Einige Bretter waren kaputt, ein Betreten hätte gefährlich werden können. Warnbaken wurden aufgestellt, Hinweisschilder „Betreten verboten“ angebracht.

Über die Jahrzehnte ist die alte hölzerne Dachkonstruktion durch Klimaeinflüsse morsch beziehungsweise brüchig geworden, erklärt Solepark-Chefin Sibylle Schulz. Die Witterung setzt dem Holz von oben, die Sole von unten zu. Da es sich um ein Denkmal handelt, können die Bretter nicht imprägniert oder bearbeitet werden. Eine – sichtbare – Teil- erneuerung erfolgte 2014.

4000 Kubikmeter Sole

Sibylle Schulz erklärt: „Der betreffende Soletiefbehälter beinhaltet die anfallende Sole, nachdem diese an der Dornwand des Gradierwerks herabrieselt. Da er nicht durch das historische Bauwerk der Gradierwerkskonstruktion überdeckt ist, wurde dieser Bereich mit einer extra Dachkonstruktion ausgestattet.“ Grund dafür sei vordergründig, die Verkehrssicherheit zu gewähren und vor Fremdeinträgen, welcher Art auch immer, zu schützen. Dieser Bereich ist ein Überbleibsel von der einst längeren Anlage. Unter der aufwendigen, etwa 10x12 Meter großen Abdeckung befindet sich eine vier Meter tiefe Grube. Im durchgehenden Schiff unter dem Gradierwerk mit Verlängerung sind etwa 4000 Kubikmeter Sole.

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Die nun passierenden Arbeiten umfassen im Wesentlichen die Demontage der alten und der Aufbau einer neuen Dachkonstruktion. Dazu musste das Wasserniveau gesenkt werden. Dadurch konnten zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden. Denn die teilweise Entleerung des gesamten Tiefbehälters ermöglichte ein Begutachten der sonst nicht sichtbaren Bauwerkskonstruktion unter dem Gradierwerk. „Bei dieser Aktion wurden im verlängerten Soleschiff auch sogenannte Altlasten zu Tage gefördert“, teilt die Leiterin des Eigenbetriebes mit. So habe man viele alte Holzkonstruktionsteile, aber auch zwei Fahrradrahmen, eine Karrendeichsel mit zerbrochenen hölzernen Räderwerk, zwei Gartenstuhlrahmen, eine Ledertasche, eine Heckklappe von einem Auto, eine Toilettenschüssel und mehr gefunden.

Altlasten geborgen

Nach der erfolgten Bergung der „Altlasten“ könne nunmehr der Neuaufbau beginnen. Sie soll auf der bestehenden intakten Stützkonstruktion errichtet werden. Dabei werden nicht mehr verwendbare durch neue Holzteile ersetzt.

Geplant sei, diese als freitragende Konstruktion zu errichten. Das heißt, erläutert Sibylle Schulz, der Soletiefbehälter werde ohne weitere tragende Stützen überspannt und auf den vorhandenen Außenrandstützen befestigt. Die vorgefertigte Tragkonstruktion werde segmentweise mit Hilfe eines Baukrans montiert. Abschluss soll eine hölzerne Beplankung werden. Als Material werde vornehmlich Eichholz verwendet. „Entsprechend den Erfahrungen über die Haltbarkeit der vorherigen Dachkonstruktion planen wir mit einem Haltbarkeitszeitraum von etwa 15 bis 20 Jahren“, schätzt sie.

Kosten von 38.000 Euro

Die gesamte Sanierung koste etwa 38.000 Euro. Die Mittel seien im Jahr 2019 bereits im Reparatur- und Instandhaltungsbudget eingestellt gewesen.