Schönebeck l Da haben sich ein paar Schmierer in Schönebeck mal so richtig ausgetobt. Um den 20. April herum wurden Gebäude, Werbebanner, Straßenschilder und Autos mit blauer Farbe beschmiert.

Der Stadtverwaltung sind die Schmierereien bekannt, so Stadtsprecher Hans-Peter Wannewitz. Man habe sie zur Anzeige gebracht. Marco Kopitz, Sprecher des Polizeirevier Salzlandkreis, teilt auf Nachfrage mit: „Im Verlauf des Montages wurden zwei Sachbeschädigungen durch Graffiti im Bereich der Johannes-R-Becher-Straße zur Anzeige gebracht. Im ersten Fall wurden von unbekannten Tätern der Schriftzug „eins Acht“ in großen Lettern auf der Tür des Heizhauses einer Schwimmhalle aufgebracht. Im zweiten Fall wurden zwei Fahrzeuge und der Sichtschutz einer Baufirma mit besprüht. Auf einem Fahrzeug stand der Schriftzug ‚BAZNI‘, auf dem Sichtschutz eine 18.“ Die Tatzeit grenzt die Polizei zwischen Sonntagabend 18 Uhr und Montagmorgen 8 Uhr ein.

Schilder besprüht

Darüber hinaus wurden auch zwei Straßenschilder, welche sich nahe dem Parkplatz an der Garbsener Straße befinden und unweit der Franz-Vollbring-Sporthalle befinden, mit einer „18“ besprüht.

Bilder

Erwähnenswert ist dabei der Umstand, dass die Zahl 18, die mehrfach gesprüht wurde, in der Nazi-Szene als Code verwendet wird. Dabei stehen die Eins und die Acht jeweils für den ersten und den achten Buchstaben im Alphabet, also für „A“ und „H“. Unter Neonazis die Zahlenkombination für „Adolf Hitler“. Außerdem wurden die Schmierereien am Montag, 20. April, registriert. Und Hitler wurde an einem 20. April geboren. Dass die Graffiti damit im Zusammenhang stehen ist also möglich.

Codes der Nazi-Szene

Generell werden in der rechten Szene zahlreiche Codes verwendet, die nicht auf Anhieb als solche zu identifizieren sind. Neben der 18 sind zum Beispiel auch die 88 und die 28 gängige Zahlenkombinationen. Ersteres steht dabei für „Heil Hitler“; die 28 für B und H, was wiederrum für das in Deutschland verbotene rechtsextreme Netzwerk „Blood & Honour“ (Blut und Ehre) steht.

Weitere Informationen zu den Codes und Symbolen der Rechten Szene gibt es unter anderem auf der Website der Bundeszentrale für politische Bildung unter www.bpb.de.