Calbe l Die Turn- und Sportgemeinschaft (TSG) Calbe ist ein Schwergewicht unter den Vereinen im Salzlandkreis. Etwa 1450 Mädchen, Jungen, Frauen, Männer und Senioren sind in dem Verein an der Saale organisiert. Fast die Hälfte der Einwohner bis 18 Jahre haben eine Mitgliedschaft in der blau-weißen Vereinigung. In 17 Abteilungen ist die TSG untergliedert und bietet damit eine sehr große Bandbreite zur sportlichen Freizeitgestaltung. Nur der Schönebecker Sportverein sei noch größer, sagt Sven Hause, der neben seinem Amt als Bürgermeister auch Vorsitzender des Sportvereins ist.

In dieser Woche erhielt er die Schlüssel zu einem fast neuen Kleinbus aus den Händen von Helmut Ibsch. Der Vorstand der Salzlandsparkasse hatte zuvor 19.000 Euro in die Anschaffung aus den Zweckerträgen der hauseigenen PS-Lotterie dafür investiert. Für das kommunale Geldinstitut ist die Schlüsselübergabe Routine. „Das ist unser 28. Kleinbus“, sagt Helmut Ibsch bei der Übergabe. Im ganzen Landkreis engagiert sich die Sparkasse bei der Finanzierung von Kleinbussen, damit die Einwohner am Vereinsleben teilhaben können. Das offenbart auch die Schwäche des Öffentlichen Personennahverkehrs. Der ist vor allem um den täglichen Schulbetrieb herum organisiert. Wer nachmittags noch zu einem Sportverein fahren will, muss sich anders organisieren.

Manche haben es längst verstanden

Die Vereine, die erfolgreich in der Nachwuchsarbeit sein wollen, haben dies längst verstanden, bestätigt Sven Hause. Die Übungsleiter holen ihre Trainingskinder selbst aus den umliegenden Orten ab und fahren sie nach dem Training wieder nach Hause. Bis zu 15.000 Kilometer ist der Kleinbus so im ganzen Jahr unterwegs, sagt Vize-Vereinschef Rainer Schulze. Vor allem im Nachmittagsbereich, wenn die Eltern noch auf der Arbeit sind, sei der Bus unverzichtbar, um den Kindern und Jugendlichen den Freizeitsport zu ermöglichen.

Vor allem für die Übungsleiter bedeute dies einen enormen Zeitaufwand, unterstreicht er. Die ehrenamtlichen Trainer müssten nicht nur die Übungsstunden vorbereiten, sondern auch viel Zeit mitbringen, um die Kinder abzuholen und wieder nach Hause zu bringen. Anders sei der Trainingsbetrieb kaum zu organisieren. Vor allem aus den umliegenden Orten der Stadt Barby oder von Biere kämen die Kinder und Jugendlichen ohne das vereinseigene Fahrzeug kaum nach Calbe am Nachmittag.

Gut ausgelastet ist der Wagen mit acht Sitzplätzen ohne den Fahrer auch an den Wochenenden. Die Mannschaften wollen nicht nur trainieren, sondern ebenso am Punktspielbetrieb teilnehmen. Das heißt vor allem an den Wochenenden ständig reisen, wenn keine Heimspiele anstehen. Je nach Sportart kann es dann schon mal weitere Strecken geben. Nicht immer können die Eltern dabei den Transport übernehmen. Für die TSG bedeutet die Unterstützung des kommunalen Geldhauses eine enorme Erleichterung, freut sich der Vereinschef. Der Verein hat zwar noch einen anderen Kleintransporter. Allerdings, räumt er ein, sei es nur eine Frage der Zeit, bis die Hauptuntersuchung das Fahrzeug aus dem öffentlichen Verkehr ziehe.