Barby l Es wird besonders die Fußballfans freuen: Der SSV Blau Weiß 04 Barby, dessen Kicker in der Kreisliga spielen, ist jetzt Partnerverein des 1. FCM. Das besiegelte kein Geringerer als Marius Sowislo, ehemaliger Kapitän des 1. FCM Magdeburg, der zur Sportplatzeinweihung nach Barby gekommen war.

Mit dem Projekt „Partnerverein: Miteinander – Füreinander“ will der „Club“ Vereinen aus der Region die Möglichkeit bieten, an seinem Fachwissen und Netzwerk teilzuhaben und das eigene Wissen einzubringen. Über das Projekt sollen die Kicker aus der Region auch näher an den FCM herangebracht werden. Die Profis aus Magdeburg bieten unter anderem einen Erfahrungsaustausch bei Fitness- und Trainingsmethoden an. Zudem soll auch der Einkaufspool des FCM genutzt werden können, Kontakte vermittelt werden und Scouting-Programme für die Talentsichtung weitergegeben werden. Marius Sowislo lobte die gelungene Sportplatzsanierung, die dem Nachwuchs ermuntere, hier zu spielen.

Klinnzüge bei Betriebskosten

Neben einer Urkunde überreichte der Ex-Kapitän ein hochwertiges Schild, das die Verbindung zum 1.FC Magdeburg auch nach außen sichtbar aufzeigt.

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Fußballabteilungsleiter Fred Bläsing freute sich über diese Ankündigung, hatte er doch kurz zuvor noch kritisiert: „Der FCM zahlt Millionen und wir machen hier Klimmzüge, um die Betriebskosten für die Anlage aufzubringen.“ Die freilich damit nicht geringer werden - die sportliche Attraktivität der Abteilung durch das Projekt Partnerverein aber gesteigert werde. Dennoch rief Bläsing die Vertreter der Landespolitik auf, die Förderung des Sportes nicht aus den Augen zu verlieren. Das ging zuallererst an die Adresse von Innen- und Sportminister Holger Stahlknecht (CDU), der zusammen mit Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) zu den Einweihungsgästen zählte.

So ähnlich drückte sich auch SSV-Vorsitzender Steffen Grafe aus. Man brauche Unterstützung, um die Pflege der Sportanlagen über Jahrzehnte abzusichern. Letztendlich funktioniere das hauptsächlich über die Hilfe von Sponsoren. Grafe vergaß nicht, das Engagement von Grimm-Benne und Stahlknecht in all den Jahren zu würdigen, die „die Mühlen der Bürokratie etwas schneller zum Mahlen gebracht hatten.“ Auch die Stadtverwaltung Barby wurde in den Lobesreigen einbezogen. Der Verein sei stets an der Bauplanung beteiligt worden. Schließlich wüssten die späteren Nutzer am besten, welche Eigenheiten die Praxis erfordere. Vergessen waren damit so einige Ärgerlichkeiten, die im Laufe der Sportplatzsanierung auftraten. So mussten die Fußballer jahrelang nach Gnadau ausweichen, wo trainiert und gespielt wurde. Freilich hätten sich die Sportler gewünscht, dass es nicht sechs Jahre braucht, bis die Anlage am Gribehner Weg wieder nutzbar würde. Dennoch zähle jetzt das Ergebnis, und das sei vielversprechend.

Gute Bedingungen

Holger Stahlknecht dazu lakonisch: „Das ist auf alle Fälle schneller, als die Fertigstellung des Berliner Flughafens.“ Er unterstrich, dass durch das Engagement in einem Sportverein Heimat entstehe, wofür bei Sanierungen wie in Barby gute Voraussetzungen geschaffen würden.

Bürgermeister Torsten Reinharz stichelte in Richtung der Fußballer: „Mit dem Neubau ist unsere Erwartungshaltung gestiegen. Unter diesen Bedingungen sollte der Aufstieg in die Landesklasse das Ziel sein.“

Danach mussten die Ehrengäste zu einem „Elfmeterschießen“ antreten. Marius Sowislo stand im Tor. Der Keeper wurde nur von Torsten Reinharz und Oberbürgermeister Bert Knoblauch überlistet. Stahlknecht, Grimm-Benne und der Bundestagsabgeordnete Tino Sorge scheiterten an ihm. (Letzterer - er kickt in seiner Freizeit im „FC Bundestag“, hatte es mehr auf den Pfosten und den Fotografen abgesehen...) Stellvertretend für alle anderen Sponsoren sei eine schöne Geste der beiden Calbenser Künstler Otto Plönnies und Hans Both erwähnt: Beide hatten dem Verein 275 Euro spendiert.