Gottesgnaden l Der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) treibt den Hochwasserschutz in Gottesgnaden weiter voran. Direkt an der Saale mit Blickrichtung nach Calbe soll in den kommenden Monaten eine Spundwand entstehen, um den kleinen Ort auf der Saaleinsel vor künftigen Hochwassern besser zu schützen. Das LHW hat hier eine Spundwand vorgesehen, da der Platz für eine Deich recht knapp ist.

In den vergangenen Tagen wurde das Baufeld entsprechend vorbereitet, sagt LHW-Projektleiter Alexander Sondey. Zunächst einmal beauftragte der Landesbetrieb Experten, die den Boden nach Munition abgesucht haben. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges war die Region hart umkämpft. Munition könnte deshalb noch im Boden liegen, sagt er. Um sich vor unliebsamen Überraschungen zu schützen, seien die Fachleute eingeschaltet worden. „Gefunden wurde zum Glück nichts.“

Bewohner schützen

In der kommenden Woche gibt es weiteren Besuch auf der Baustelle. „Nächste Woche kommen die Archäologen“, sagt er. Die Fachleute wollen sich den abgeschobenen Boden ansehen. Nicht ausgeschlossen, dass sie etwas finden. „Ich kann hier nichts erkennen. Aber mein Auge ist auch nicht geschult“, sagt Alexander Sondey. Gut möglich, dass sich noch Überreste alter Besiedlungen finden. Im Mittelalter war Gottesgnaden Standort eines Klosters. Das ist zwar verschwunden im Laufe der Jahrhunderte. Ausgeschlossen ist aber nicht, dass sich aus der Zeit noch Zeitzeugen im Boden befinden.

Sobald die Archäologen ihre Arbeit abgeschlossen haben, soll der eigentliche Bau der Spundwand an der Saale beginnen. Parallel dazu soll auch die Uferstraße ausgebaut und in etwa auf das gleiche Niveau gehoben werden. Die Spundwände werden dabei so gebaut, dass sie später leicht erhöht werden können, um die Bewohner der Saaleinsel zu schützen, erklärt er. Bislang fehlt ein Hochwasserschutz am vorderen Teil von Gottesgnaden komplett. Sollten Hochwasserereignisse in der Zukunft zunehmen, wie von Fachleuten prognostiziert, könnte der jetzt gebaute Hochwasserschutz für die Einwohner in Zukunft noch sehr wichtig werden. Momentan sieht die Saale alles andere als bedrohlich aus.

Es ist so wenig Wasser im Fluss, dass es in der Saale eine große Insel gibt. Für die Bauarbeiten sei die derzeitige Lage sehr komfortabel, schätzt der Projektleiter ein. Für ihn könne es noch eine Weile so bleiben. Dann ließe sich wahrscheinlich auch der ambitionierte Zeitplan einhalten. Bis zur Mitte nächsten Jahres sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein, sagt er.