Eggersdorf l Wenn am Morgen ein vielfältiges Hähnekrähen am Dorfrand zu hören war, dann hatte das einen bestimmten Grund. Die Eggersdorfer Geflügelzüchter veranstalteten auf dem Reitplatz ihr diesjähriges, vereinsinternes Hähnekrähen, eine Tradition, die sie nun schon seit mehreren Jahrzehnten pflegen. 20 Hähne von zwölf Vereinsmitgliedern waren zum Wettkampf angetreten und spektakelten um die Wette. Insgesamt 1284 Krährufe, oder wie die Züchter zu sagen pflegen: Anschläge, registrierten die Kampfrichter in einer Stunde. Keine leichte Aufgabe bei den fleißigen Hähnen. Gespannt warteten die Teilnehmer auf das Ergebnis der Auszählung.

Der gestreifte Zwerg-Wyandottenhahn von Siegfried Klus war an diesem Tag der Fleißigste. Er schaffte das sagenhafte Ergebnis von 231 Krährufen in der Stunde, oder anders ausgedrückt: Er krähte im Schnitt fast viermal in der Minute. Auch sein Stallgefährte stand dem nicht nach und konnte sich mit 180 Anschlägen den 2. Platz sichern. An dieser Stelle sollte noch hinzugefügt werden, dass dieser Siegerhahn beim diesjährigen Kreiswettbewerb in Großmühlingen mit 193 Rufen sich auch schon den ersten Platz sichern konnte. Der Hahn von Dieter Heß erreichte mit 115 Anschlägen den dritten Platz vor Markus Tacke (110), Winfried Hamel (96) ,Jens Hamel (80), Gerhard Voß (68), Edgar Will (51) und Jens Hamel (29). Der Vorjahressieger von Eckard Meyer begnügte sich in diesem Jahr lediglich mit drei Krährufen. Drei weitere Hähne der Zwerghuhnrassen zogen es vor, an diesem Tag zu schweigen.

Zurückhaltung beim großen Gockel

Bei den großen Hühnern konnte auch in diesem Jahr wieder Eckhard Spaleniak mit seinen beiden schwarzen Aus-tralorps-Hähnen die Plätze Eins und Zwei vor Edgar Will und Karl Rasch belegen. Die großen Gockel zeigten gegenüber ihren kleineren Mitstreitern eine dezente Zurückhaltung im Krähverhalten, und dem Siegerhahn waren lediglich 91 Krährufe zu entlocken, was aber bei den großen Hühnern zur Normalität zählt.

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Nach dem Wettkampf herrschte wieder Ruhe auf dem Platz. Schnell erfolgte der Abbau der Käfige, und die Züchter fuhren ihre gefiederten Schützlinge zurück in die heimischen Anlagen. Vereinsvorsitzender Jens Hamel gab das Auswertungsergebnis bekannt, und jeder Teilnehmer konnte sich einen Sachpreis aussuchen, bevor man dann zum gemütlichen Teil überging. Bei Brötchen, Brause und Bier saßen die Zuchtfreunde in gemütlicher Runde zusammen und fachsimpelten natürlich über ihr geliebtes Federvieh. Wie so oft ging es bei den Gesprächen immer um die Frage: „Wie kann man die Krähfreudigkeit züchterisch beeinflussen?“ „Warum erringen einige Züchter immer vordere Plätze?“ Natürlich gab es darauf keine sicheren Antworten. Aber soviel kann gesagt werden: Das Krähverhalten hängt schon mit der Züchtung zusammen, Jahrgang und Rasse spielen eine Rolle, die Vererbung und auch der Stressfaktor am Wettkampftag haben Einfluss. Für das kommende Jahr wird dann wieder eine neue Generation von Hähnen zum Wettkampf antreten, so will es eine erfolgversprechende Geflügelzucht.