Schönebeck l Die Geschichte der Industrie zeichnet sich in Schönebeck durch Besonderheiten aus. Zum Beispiel entstand hier die erste chemische Fabrik auf deutschem Boden. „Diese Geschichte hat uns geprägt.“ Das sagte Sachsen-Anhalts Staatssekretär im Ministerium für Landesentwicklung, Sebastian Putz (CDU), bei der Wiedereröffnung des Industriemuseums (Imuset). Nach längerer Arbeitsphase (Dacheindeckung) konnte Imuset-Präsident Georg Plenikowski die geneigte Öffentlichkeit wieder in der Ernst-Thälmann-Straße begrüßen.

Auch Oberbürgermeister Bert Knoblauch (CDU) sieht in der Schönebecker Industriegeschichte einen ganz besonderen Wert: „Sie spiegelt das Wirken, die Leistungen, die Produkte der Ingenieure, der gesamten berufstätigen Bevölkerung wider.“ Was in Schönebeck erfunden und entwickelt worden ist, werde im Museum sichtbar gemacht. „Das kann uns wieder stolz machen. Eine Eigenschaft, die nach der Wende verloren zu gehen drohte.“

Exkurs Elektrifizierung

Planer Berthold Heinecke unternahm im Namen der an der Sanierung beteiligten Baufirmen einen Exkurs in die Elektrifizierung Deutschlands (in der Maschinenhalle von Imuset ist einst Strom erzeugt worden) und stellte heraus, dass die drei zum Museum gehörenden Gebäude selbst Ausstellungsstücke sind: „Die größten der Sammlung.“

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Georg Plenikowski wies stolz darauf hin, dass seine Bauarbeitsgruppe von Anfang an die Bausumme auf 2,1 Millionen Euro geschätzt habe. Veranschlagtes Geld und geplante Bauzeit seien eingehalten worden - im Gegensatz zu Großprojekten in Berlin und Magdeburg. Auch Birthe Rüdiger vom Landesamt für Denkmalpflege in Halle fand lobende Worte für eine „engmaschige Zusammenarbeit, für Augenmaß und eine klare Zielstellung“.

Mit Applaus willkommen geheißen wurde Friedrich Anders Allendorff, der in Schweden lebt und als Unternehmensberater arbeitet. Er ist ein Nachfahre der in Schönebeck einst sehr aktiven Unternehmer-Familie Allendorff. „Ich bin beeindruckt, dass Ihr so offenherzig mit der Geschichte umgeht“, sagte er.