Schönebeck l Es gibt im Leben angeblich mindestens drei Dinge, die man (oder Frau) angeblich gemacht haben sollte: Dazu zählen je nach Kultur unter anderem einen Sohn (oder eine Tochter) zeugen, ein Haus bauen, ein schnelles Auto fahren (in Deutschland) oder ein Buch schreiben (in China). Ganz oben auf der Liste steht in jedem Fall immer auch das Pflanzen eines Baumes. Im Kurpark von Bad Salzelmen können die Schönebecker schon seit langer Zeit immerhin ganz offiziell diesen einen Punkt von der Liste abhaken. „Vor allem in diesem Jahr sind wir ganz besonders auf der Suche nach Paten und Sponsoren, die dem Kurpark einen Baum stiften möchte“, sagte Linda Pickert, Sprecherin des Soleparks in Bad Salzelmen.

Denn nicht nur sind im vergangenen Jahr während des trockenen Sommers mehrere Bäume und Büsche eingegangen, die nun eigentlich ersetzt werden sollten. Vor allem aber feiert der kommunale Eigenbetrieb Solepark im Besitz der Stadt Schönebeck in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen. Und statt Blumensträußen wünscht man sich zum runden Geburtstag in Bad Salzelmen nun den einen oder anderen Baum.

20 Bäume für 20 Jahre Solepark

„Ziel ist es, dass wir zum 20. Geburtstag 20 neue Bäume zusammenbekommen“, sagte Linda Pickert. Auf den Einladungen zur Jubiläumsfeier mit geladenen Gästen im September wird daher auch für die Übernahme einer Baumpatenschaft geworben. Wobei natürlich auch jeder andere Bürger, jedes Unternehmen oder jeder Verein in Zusammenarbeit mit dem Solepark einen Baum im Kurpark pflanzen kann.

Kosten liegen zwischen 200 und 300 Euro

Bedarf gibt es im Solepark unter anderen an Linden, Blutpflaumen oder auch Ziergehölze wie Magnoliensträucher. Je nach Baum oder Pflanze kostet eine solche Baumpatenschaft zwischen 200 und 300 Euro. Der wird dann frisch von der Baumschule angeliefert. „In den Kosten ist aber auch schon die Pflege enthalten, die relativ aufwendig für die jungen Bäume ist“, sagt die Sprecherin des Kurparks. Die Spenden können nach Wunsch anonym vorgenommen werden. Wer möchte, kann, allerdings auch eine Plakette mit einer Widmung in der Nähe anbringen lassen. Die Mitarbeiter des Soleparks übernehmen das Anpflanzen. Wer möchte, darf aber natürlich auch selbst Hand an die Schaufel anlegen.

Neben dem Jubiläum des Soleparks gebe es auch viele andere Anlässe, zu denen neues Grün in Bad Salzelmen eine schöne Sache sei. „Bürger und Unternehmen können damit zeigen, wie sehr sie in der Region verwurzelt sind“, sagt Linda Pickert. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.

Naturschützer haben einen Baum gespendet

Manche Leute würden sich selbst einen Baum im Kurpark zum Geburtstag schenken oder ihn zur Geburt eines Kindes stiften. „Auf diese Weise kann man einen nachhaltigen Beitrag für die Region leisen und etwas zurückgeben“, sagt Pickert. Auch beim Verlust eines geliebten Menschen hat der eine oder andere bereits einen Baum zum Andenken an den Verstorbenen gepflanzt.

Dabei leistet jeder neue gepflanzte Baum auch einen Beitrag für den Umweltschutz. Beim Naturschutzbund (Nabu) Schönebeck hält man die Baumspenden daher auch für eine sinnvolle Sache. „Wir haben zur Gründung unserer Gruppe in Schönebeck vor elf Jahren auch eine Hainbuche im Kurpark gepflanzt“, sagt Michael Wunschik vom Nabu Schönebeck. Der Bäum gedeiht auch heute noch im Kurpark. Gerade in Zeiten von Klima-erwärmung und CO2-Anstieg seien Bäume wichtig für die Umwelt. Wobei ein Baum im Laufe seiner Lebenszeit durchschnittlich etwa zehn Kilogramm CO2 pro Jahr bindet.

Grundsätzlich empfiehlt Nabu-Experte Michael Wunschik die Pflanzung von einheimischen Baumarten in der Region. Denn manche exotischen Parkbäume würden vielleicht gut aussehen, fügten sich allerdings nicht immer gut in die heimische Flora und Fauna ein, sagt er.

Michael Wunschik hält es auch für wichtig, dass die Pflege der Bäume durch städtische Mitarbeiter zur Spende dazugehört. „Oft beteiligen sich die Leute gern selbst an Pflanzaktionen und bringen die Bäume per Hand in die Erde. Wenn es aber um das regelmäßige Gießen geht, lässt die Motivation dann aber schnell wieder nach“, sagt er. Doch gerade bei der aktuellen Trockenheit sei es wichtig, dass die Bäume ausreichend Wasser bekommen.

Eine Allee der Bäume des Jahres?

Gemeinsam mit der Stadtverwaltung hatte der Nabu in der Vergangenheit bereits über weitere Standorte für Baumpflanzungen nachgedacht. Vor zwei Jahren habe Oberbürgermeister Bert Knoblauch (CDU) vorgeschlagen, eine Allee mit den Bäumen des Jahres anzupflanzen. Bisher sei die Idee allerdings nicht weiter verfolgt worden, so Wunschik. Der Baum des Jahres ist übrigens die Flatter-Ulme, die vor allem in Nordosten von Deutschland verbreitet ist.

Im Solepark würde man sich über zusätzliche Baumpartenschaften daher freuen. Und man möchte sich auch selbst an der eigenen Aktion beteiligen. „Die Mitarbeiter des Soleparks werden gemeinsam ebenfalls einen Baum spenden“, sagt Sprecherin Linda Pickert. Ob auch weitere Anpflanzungen schon gestiftet worden sind, könne man bisher allerdings noch nicht sagen. Nur so viel: Man führe bereits Gespräche mit möglichen Interessenten. Denn das Ziel steht fest: Das 20. Jubiläum des Eigenbetriebs Solepark soll möglichst auch mit 20 neuen Bäumen gefeiert werden.

Informationen zur Baumspende beim Solepark unter Tel. (03928) 705 50.