Das Abendmahl

Das Abendmahl erinnert Christen an das Abschiedsmahl von Jesus mit seinen Jüngern und an das jüdische Pessachfest. Sie feiern es mit Brot und Wein – Leib und Blut Christi – in vielen Gottesdiensten. Dabei fühlen sie sich eng miteinander und mit Jesus verbunden.

Evangelische Christen feiern das Abendmahl mit Brot oder Oblaten und Wein oder Traubensaft. Oft stellen sich die Teilnehmer des Abendmahls im Halbkreis um den Altar herum auf. Dort verteilt die Pastorin oder der Pfarrer das Brot oder die Oblaten und reicht den Kelch mit dem Wein oder Saft herum. Wer möchte, kann einen Schluck direkt aus dem Kelch trinken. Wer das nicht gerne tut, tunkt sein Brot kurz in den Wein oder Saft.

Eucharistie ist Griechisch und heißt „Danksagung“. So nennen katholische Christen das Abendmahl. Wer daran teilnimmt, geht zur Kommunion. Die Besucher der Kommunion gehen in der Kirche langsam nach vorne. Vor dem Altar erhalten sie vom Priester oder seinem Helfer die Hostie. Das ist eine Oblate. Als Hostie ist sie für Katholiken etwas ganz Besonderes, nämlich der Leib Christi selbst, den sie mit der Oblate in sich aufnehmen.

Quelle: www.religionen-entdecken.de

Schönebeck/Staßfurt l Die orthodoxe Kirche Griechenlands ist laut einem Bericht der internationalen Nachrichtenagentur Reuters der Ansicht, dass die heilige Kommunion mit Brot und Wein trotz des Ausbruchs des Corona-Virus fortgesetzt werden würde. Im tief religiösen Griechenland habe es eine starke Debatte gegeben, ob es für die Kirche klug wäre, auf das Ritual zu beharren, bei dem Anbeter den selben Löffel nutzen, der immer wieder mit Wein und Brot aus dem Krug gefüllt wird. Dies könne nicht die Ursache für die Ausbreitung von Krankheiten sein, so die Heilige Synode in einer Erklärung.

Das wird hierzulande ganz anders gesehen. Auf Volksstimme-Nachfrage sagt Matthias Porzelle, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Egeln, dass es zum Thema Corona einen regen Austausch unter den Superintendenten gegeben habe und eine Mail von Regionalbischof Christoph Hackbeil. Innerhalb des Kirchenkreises seien Hinweise und Ratschläge verschickt worden. Das Abendmahl zum Beispiel solle leicht abgewandelt werden. „Wir werden Abstand vom Friedensgruß nehmen. Das ist das Handgeben zur Versöhnung vor dem Abendmahl. Die Hostie soll nur noch in den Wein im Kelch eingetunkt, nicht der Kelch zum Trinken daraus gegeben werden. Dabei ist natürlich zu beachten, dass das Eintunken nicht zu tief passiert, damit die Finger nicht in den Wein geraten. Also heißt es bei allem: Sehr, sehr vorsichtig sein“, appelliert Matthias Porzelle.

Zudem wolle man auf das Handgeben zum Begrüßen und zum Verabschieden zu Gottesdiensten und Veranstaltungen verzichten. „Am besten, man grüßt nur in die Runde. Ich nenne das den Corona-Gruß“, erzählt er, wie er es derzeit praktiziere und ist sich sicher, dass auch die anderen Pfarrer und Kirchenkreis-Mitarbeiter es so handhaben.

Für kirchliche Veranstaltungen gelte das gleiche wie für andere öffentliche. Man folge den Vorgaben der Gesundheitsbehörden. „Großveranstaltungen sind erst einmal keine geplant. Wenn etwas ansteht und erkennbar ist, dass eine Gefahr besteht, Menschen Probleme bekommen könnten, wird abgesagt“, so der Superintendent. Ansonsten gelten die Hygiene- und Verhaltensregeln, die das Robert Koch-Institut herausgegeben habe, auch in der Kirche.

Keine Mund-Kommunion

Pfarrer Dr. Thomas Thorak von der Pfarrei St. Marien und St. Norbert von Schönebeck und Calbe verweist auf eine Handreichung der Bischofskonferenz, die das Bistum weitergeleitet habe. So sei das Weihwasser aus dem Weihwasserbecken gelassen worden. Dieses befindet sich am Eingang. Beim Betreten der die Kirche tauchen Katholiken ihre Finger hinein und bekreuzigen sich dann mit einigen Tropfen. Damit bekennen sie sich zum dreifaltigen Gott: dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist. „Weil alle ihre Hand reintauchen, ist es eine Gefahrenquelle“, sagt Thomas Thorak. Auch hier verzichte man ab sofort auf den Friedensgruß per Handschlag.

Und auf die Mund-Kommunion, sprich die Hostie wird vom Spender direkt auf die Zunge des Empfängers gelegt. „Auch eine Gefahrenquelle. Damit der Austeilende nicht mit Schleimhaut und Speichel beim Einen gerät und danach an den Nächsten weitergibt, verzichten wir auf die Mund-Kommunion und legen die Kommunion in die Hand“, so der katholische Pfarrer. Generell solle man aufpassen, wie man miteinander umgeht und unnötigen Körperkontakt meiden, also auch kein Händegeben. Über den Umgang mit Großveranstaltungen müsse er sich jetzt keine Gedanken machen, es liegen keine an. Man müsse dann aktuell entscheiden.