Zens l Wolkenloser blauer Himmel, Sonne, angenehme frühlingshafte Temperaturen. „Das Wetter ist zu schön“, sagt Wolf-Michael Feldbach und setzt einen etwas verärgerten Gesichtsausdruck auf. Aber nur ganz kurz. „Nein, nein. Ich bin überzeugt, auch an Pfingsten wird das Wetter gut oder noch besser sein“, schiebt er mit einem Lächeln hinterher.

Obwohl – ob Sonnenschein oder Regen, über reichlich Besuch in ihrem Künstlergarten in Zens konnten sich Bärbel und Wolf-Michael Feldbach nie beklagen. Im nunmehr 22. Jahr laden sie am Pfingstsonnabend, 19. Mai, zu „Dixieland non stop“ ein. Ein musikalischer Abend, eingebunden im Musikfest „Klänge im Raum“. Ihre Hausterrasse wird zur Bühne umfunktioniert, ihr Garten zum Konzertsaal. Mitstreiter von Feuerwehr und Heimatverein helfen, wo Hilfe benötigt wird – beim Aufbau, am Abend selbst, beim Abbau. Sie sind ein eingespieltes Team.

Potsdamer Band zu Gast

In diesem Jahr will die Dixieland- und Swingband „Alte Wache“ aus Potsdam für gute Unterhaltung sorgen. Seit mehr als 30 Jahren tritt sie in Originalbesetzung auf. Neben fröhlichen Melodien seien auch schöne alte Gassenhauer und Klassiker des Dixieland und Swing dabei, versprechen die Musiker. „Die Band ist gut ausgebucht“, erzählt Wolf-Michael Feldbach. „Erst sind sie bei uns, dann Sonntagfrüh in Berlin und am Montag haben sie auch noch einen Auftritt. Gut, dass wir den Termin mit ihnen schon im August vergangenen Jahres festgemacht haben.“

Bilder

Feldbachs sind sich sicher, dass sie die 400 Eintrittskarten, die sie immer vorhalten, auch in diesem Jahr wieder locker ausgeben werden. Erfahrungswerte aus den Vorjahren. Für viele Freunde, Bekannte und Liebhaber des Dixieland sei der Pfingstsonnabend Jahr für Jahr geblockt, um nach Zens fahren zu können. „Freunde zum Beispiel, die von Magdeburg nach Leipzig gezogen sind, haben sich angekündigt und gemeint, sie bringen noch Freunde mit“, erzählt Bärbel Feldbach. Sie ist begeistert von der Mund-zu-Mund-Propaganda. Diese funktioniert bestens, Werbungmachen müssen die beiden für ihren musikalischen Abend eigentlich nicht mehr. Er ist ein Selbstläufer geworden.

„Es soll richtig voll werden, das finde ich dann erst richtig schön“, fiebert Wolf-Michael Feldbach Pfingsten schon entgegen. Von den Bedenken, so eine große Veranstaltung Jahr für Jahr wieder auf die Beine zu stellen, keine Spur. Denn immer wieder würden sich Feldbachs vornehmen, aufzuhören – doch irgendwie würden sie es einfach nicht übers Herz bringen, gestehen sie ein und schmunzeln. „Seit zehn Jahren fragen wir uns immer mal wieder: Warum tun wir uns den Stress an?“, erzählt sie. „Aber dann sagen uns Leute, dass sie kommen wollen – weil es für sie einfach zu Pfingsten gehört oder weil sie noch nie bei uns waren, obwohl sie immer kommen wollten. Und da können wir doch nicht Nein sagen ...“ Und dann sei da ja auch noch die Auszeichnung mit dem Ehrenamtspreis der Gemeinde Bördeland für ihr kulturelles Schaffen. So ein Ehrung verpflichte eben. Doch diese Pflicht, das ist beiden anzumerken, gehen sie gern ein. Zumal sie ja nicht alleine sind. Auch wenn Helfer wie Veranstaltung und Veranstalter älter geworden sind – viele junge Helfer sind dazugekommen, sind mit voller Motivation bei der Sache. Es seien also genügend Freiwillige da – ein zweiter guter Grund weiterzumachen. Und in den Augen von Feldbachs ist nun eines zu sehen: Vorfreude auf Pfingstsonnabend.

„Dixieland non stop“ in Zens, Bördestraße 18, am 19. Mai ab 18 Uhr im Rahmen des Musikfestes „Klänge im Raum“, mit einer Ausstellung mit Fotos von Matthias Röhricht aus Schönebeck.