Landratswahl

Klarer Ausgang mit feinen Unterschieden

Vom eigenen Wahlrecht hat nicht mal jeder vierte Wahlberechtigte im Salzlandkreis Gebrauch gemacht. Ein Überblick zu den Ergebnissen.

Von Bianca Oldekamp

Bernburg/Schönebeck/Staßfurt l Die Salzländer haben entschieden: Der amtierende Landrat Markus Bauer (SPD) wird das Amt weitere sieben Jahre bekleiden. Mit 65,16 Prozent der Stimmen konnte sich Amtsinhaber Markus Bauer gegen Alexander Goebel (CDU, 34,84 Prozent) am Sonntag, 24. Januar 2021, durchsetzen.

Zumindest ein Teil der Salzländer hat sich entschieden. Denn insgesamt lag die Wahlbeteiligung im Salzlandkreis durchschnittlich bei gerade einmal 22,07 Prozent. Sprich: Nicht mal jeder vierte Wahlberechtigte im Salzlandkreis hat sein Wahlrecht auch in Anspruch genommen. Doch immerhin war die Wahlbeteiligung am Sonntag höher als zur Stichwahl der vorangegangenen Landratswahl im Jahr 2014. Da war diese mit gerade einmal 19,33 Prozent noch geringer. Beim ersten Urnengang hatten 2014 allerdings 40,1 Prozent ihre Stimme abgegeben.

Am höchsten war die aktuelle Wahlbeteiligung in Nienburg. In der Heimatstadt von Landrat Markus Bauer waren 45,53 Prozent der Berechtigten in ein Wahllokal gegangen oder haben eben per Briefwahl abgestimmt. Und in seinem Wohnort stimmten dann auch 88,93 Prozent für Markus Bauer – während die Wahlbeteiligung in Schönebeck, der Stadt in der Alexander Goebel aufgewachsen ist, bei nur 20,47 Prozent lag. 44,43 Prozent der Wahlberechtigten stimmten für den Herausforderer als neuen Landrat.

Den höchsten Prozentsatz an Stimmen heimste Goebel indes in Hecklingen ein (56,56 Prozent). Eine Entscheidung, die mutmaßlich die Debatte zwischen Landkreis und einen Hecklinger Busunternehmer der vergangenen Monate widerspiegelt.

Als Herausforderer konnte Goebel aber nicht nur in Hecklingen über 50 Prozent der Stimmen auf seine Person verbuchen. Auch in Bördeaue (56,06 Prozent), Börde-Hakel (55,4 Prozent), Borne (53,61 Prozent) und Wolmirsleben (53,27 Prozent) erreichte er mehr Stimmen als Bauer.

Am geringsten war die Wahlbeteiligung im Salzlandkreis am Sonntag im Bereich Borne. Nur 17,45 Prozent nutzen ihre Stimme. In Zahlen sind das 181 von 1037 Wahlberechtigten.

Apropos in Zahlen: Dass nur wenige Stimmen darüber entscheiden, wer mehr als 50 Prozent der Stimmen auf sich verbuchen kann, zeigt sich in Egeln. Nur zwei Stimmen Unterschied (Bauer 266 Stimmen, Goebel 264 Stimmen) waren hier das sogenannte Zünglein an der Waage, sodass Markus Bauer mehr als 50 Prozent erreichte.

Insgesamt gab es im Salzlandkreis zur aktuellen Wahl 162.236 Wahlberechtigte, von denen 35.813 auch gewählt haben. Doch waren nicht alle abgegebenen Stimmen auch gültig. So wurden 998 Stimmzettel für ungültig erklärt, während 34.815 Stimmen zur Ermittlung des vorläufigen Endergebnisses gezählt werden konnten. Und das wurde auf der Internetseite des Salzlandkreises am Sonntagabend von Kreiswahlleiter Marko Gregor bekannt gegeben.

Die Landratswahl ist nach Aussagen von Gregor ordentlich verlaufen. Daran ändere auch nicht, dass es unter den Helfern in Wahlvorständen bei Corona-Schnelltests zwei positive Ergebnisse gegeben hat. Das bestätigte Gregor am Montag, 25. Januar 2021. „Diese Fälle hatten keine Auswirkungen auf die Arbeit der Wahlvorstände und den korrekten Wahlverlauf“, so Gregor. Die Wahlhelfer hätten keinen Kontakt mit anderen Wahlhelfern gehabt. Vor der Wahl waren alle Wahl- helfer im Kreis einem Schnelltest unterzogen worden. Der Kreis hatte mehrere hundert Tests dafür zur Verfügung gestellt.

Das vorläufige amtliche Wahlergebnis vom Sonntag wird am Dienstag, 26. Januar 2021, um 15 Uhr dem Kreiswahlausschuss in einer öffentlichen Sitzung geprüft und das amtliche Endergebnis festgestellt.