Calbe l Horst Schäfer, der Organisator der Kleinen Friedensfahrt ist am Sonnabendvormittag in seinem Element. Mit einer kleinen Flüstertüte sorgt er für Ordnung unter den großen und kleinen Besuchern am Straßenrand.

15 Kinder in verschiedenen Altersklassen warten um 11 Uhr auf den Start. In der Eisenwerkstraße soll es losgehen. Einmal um den Block sollen die Kinder fahren. „Das sind 600 Meter“, sagt Horst Schäfer. Ausgeschrieben ist der Wettbewerb für Kindergarten- und Schulkinder. Auf der Straße haben sich bereits einige Mädchen und Jungen aufgestellt. Die Kindergartenkinder stehen auf ihren Laufrädern. Sie werden aber nicht die ganze Strecke fahren. Nur einmal die Straße rauf ins Ziel, legt Horst Schäfer fest. Eine Gruppe von Senioren hat sich am Straßenrand versammelt, um dem Treiben zuzusehen. Die Eltern feuern ihre Kinder an, als Horst Schäfer vom anderen Straßenende her das Startsignal gibt.

Es gibt keine Verlierer

Später starten dann die größeren Kinder mit den Rädern. Je nach Alter müssen sie eine, zwei oder drei Runden um den Block drehen. Zunächst gibt es eine Einführungsrunde. Ein Feuerwehrmann auf einem Motorrad fährt auf der gesperrten Straße vor. „Die Kinder sollen dabei auf Schlaglöcher achten“, begründet Horst Schäfer die Proberunde. Dann geht es los. Die kleine Schar setzt sich in Bewegung. Schnell wird klar, dass die Radfahrer im Vorteil sind, die sich mit der Gangschaltung auskennen und bei entsprechender Geschwindigkeit hochschalten. Die Unterschiede sind zu sehen: Während einige Teilnehmer ganz ruhig treten, haben andere Kinder eine deutlich höhere Trittfrequenz ohne dabei nennenswert schneller zu fahren. „Wer nicht schaltet, hat es ganz schwer“, sagt Horst Schäfer. Er kennt das Gefühl selbst hinter dem Feld zu fahren noch aus eigener Erfahrung, erzählt er am Straßenrand. „Ich war als Kind auch immer der Letzte.“ Er weiß wie die Kinder sich fühlen, wenn sie zum Schluss über die Linie fahren. Verlierer soll es aber nicht geben. Jeder Teilnehmer bekommt eine Urkunde und ein T-Shirt.

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Im kommenden Jahr will er für die Kleine Friedensfahrt einen anderen Termin suchen und mit der Grundschule zusammen organisieren. Das soll die Teilnehmerzahlen deutlich anheben. Während in Kleinstädten wie Egeln fast alle Grundschüler an dem Wettbewerb teilnehmen, ist die Beteiligung in Städten wie Schönebeck und Calbe verschwindend gering. Dabei sollen alle Kinder das erhebende Gefühl der sportlichen Gemeinschaft erfahren und erleben, wünscht er sich. Die Eltern wollen im kommenden Jahr wieder mit dabei sein, sagt beispielsweise Maren Persin, die zwei Kinder an den Start schickt.