Schönebeck l Die Corona-Krise hat zahlreiche Branchen und Unternehmen hart getroffen. Gleichzeitig steht den Bürgern, beispielsweise aufgrund von Kurzarbeit, weniger Geld zur Verfügung. Um die Wirtschaft wieder anzukurbeln und um den Konsum zu fördern, hat die Bundesregierung ein Konjunkturpaket beschlossen. Ein zentraler Bestandteil davon: die befristete Mehrwertsteuersenkung. Diese wird sich natürlich auch in Schönebeck bemerkbar machen.

Vom 1. Juli bis zum 31. Dezember wird die Mehrwertsteuer von 19 auf 16 Prozent reduziert. Der ermäßigte Steuersatz sinkt von sieben auf fünf Prozent.

Ersparnis von bis zu 116 Euro im Monat

Laut Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) könnten Haushalte dadurch pro Monat zwischen 26 und 116 Euro sparen – je nach Einkommen. Auf den gesamten Zeitraum der Steuersenkung bezogen – also sechs Monate – summiert sich das auf eine Ersparnis zwischen 157 und 696 Euro.

Bei dieser Berechnung wird angenommen, dass die Unternehmen die Senkung komplett an ihre Kunden weitergeben und dass die Kunden genauso konsumieren, wie sie es ohne Steuersenkung tun würden.

Krumme Preise

Die Marktkette Kaufland hat in einer Pressemitteilung bereits versichert, die Mehrwertsteuersenkung im vollen Umfang an die Kunden weitergeben zu wollen. Pünktlich zum 1. Juli werde man sämtliche Preise anpassen. „Durch die Neuberechnung mit 16 statt 19 Prozent beziehungsweise fünf statt sieben Prozent Mehrwertsteuer ergeben sich ‚krumme Preise‘, die Kaufland im Sinne einer größtmöglichen Transparenz exakt weitergibt. Auf den Preisschildern wird jeweils der alte und neue Preis der Produkte angegeben“, heißt es in der Pressemitteilung.

Auch die Edeka-Märkte würden die steuerlichen Vorteile vollumfänglich an ihre Kunden weitergeben, teilt das Unternehmen mit. „Wir begrüßen die Maß­nahme der Regierung, weil sie einen deutlichen Konjunkturimpuls für Deutschland setzt und allen Bürgern etwas bringt“, so Markus Mosa, Vorstandsvorsitzender der Edeka-Zentrale.

Bereits reduzierte Preise

Auch Märkte wie Aldi oder Lidl wollen die Steuersenkung an die Kunden weitergeben. Letzterer hat sogar bereits seit Montag die Preise reduziert. „Die Preissenkung erfolgt direkt an den Artikeln am Regal und ist für die Kunden über das jeweilige rote Preisschild in der Filiale transparent nachvollziehbar“, heißt es in einer Pressemitteilung von Lidl.

Die Supermarktketten betonen jedoch, dass dies auch mit einem erheblichen Mehraufwand für die Mitarbeiter verbunden ist. Kassensysteme, Plakate, Werbemittel und Ähnliches müssten angepasst werden.

Unbürokratische Weitergabe

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (Bmwi) hat indes das Ziel, dass die Senkung durch den Handel möglichst kostengünstig und unbürokratisch an die Kunden weitergegeben werden kann.

Wie das Ministerium mitteilt, können Händler und Anbieter von Dienstleistungen für die vorübergehende Senkung der Mehrwertsteuer von der bestehenden Ausnahmemöglichkeit der Preisangabenverordnung Gebrauch machen. Somit können pauschale Rabatte an der Kasse gewährt werden, ohne die Preisauszeichnung zum Beispiel sämtlicher Regale in der Nacht zum 1. Juli ändern zu müssen.

Familien sparen am meisten

Am meisten Sparpotenzial haben übrigens Familien mit einem hohen Einkommen, so die Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Ein gut verdienendes Paar mit zwei Kindern könne bis zu 116 Euro im Monat einsparen. Bei einer gleich großen Fa- milie mit einem mittleren Monatseinkommen beträgt die monatliche Ersparnis etwa 82 Euro. Familien mit niedrigem Einkommen sparen durch die Steuersenkung rund 53 Euro. Am wenigsten profitieren Singles ohne Kinder – ihre Ersparnis liegt je nach Einkommen zwischen 26 und 56 Euro.