Bernburg l Die Anzahl der Geschwindigkeitsverstöße im Salzlandkreis ist 2019 im Vergleich zu den Vorjahren stark gesunken. Wie aus der kürzlich veröffentlichten Statistik hervorgeht, wurden 2019 insgesamt 6935 Verstöße gegen die zulässigen Geschwindigkeiten von der Polizei registriert. Das sind im Vergleich zum Vorjahr - da waren es 17.613 - nur fast ein Drittel.

Das hat einen einfachen Grund: es wurde per Hand wie auch per Messwagen viel weniger gemessen. Die Zahl der Messtunden der Polizei hat sich von 2018 mit 2845 Messstunden auf 2019 mit 1219 mehr als halbiert. Am wenigsten wurde im Messwagen gemessen. Bei 252.770 Autofahrern wurde 2018 die Geschwindigkeit gemessen, 16.655 von ihnen waren in irgendeiner Form zu schnell unterwegs. 2019 war es aber nur knapp ein Drittel davon: Von 80.054 gemessenen Fahrzeugen nur knapp 5934.

Hat die Polizei ihren Fokus geändert? Mehr Verbrecherjagd und weniger Geschwindigkeitskontrollen im Salzlandkreis? "Grundsätzlich ist die Verkehrsüberwachung eine der Hauptaufgaben der Polizei", erklärt ein Polizeisprecher des Salzlandkreises auf Nachfrage der Volksstimme.

Der tatsächliche Grund für weniger Messungen sind personelle Engpässe, mit denen die Beamten schon seit Jahren zu kämpfen haben. Zunächst gab es 2019 also zu wenig Polizisten im Salzlandkreis und die hatten dann auch noch zu viel zu tun. Es blieb also kaum Zeit für Messungen mit dem Handgerät.

Und der Messwagen? Insgesamt konnte die Polizei im Salzlandkreis auf zwei dieser Fahrzeuge zurückgreifen. Und die würden grundsätzlich durch ausgebildete Wachpolizisten bedient, erklärt der Sprecher. 2019 lief allerdings deren befristete Dienstzeit ab - und sie entschlossen sich zu einer attraktiveren Polizeiausbildung an der Hochschule. "Neue ausgebildete Wachpolizisten wurden/konnten nicht nachgezogen werden", so der Sprecher.

Denn auch in diesem Bereich gab es 2019 Engpässe. Zur Ausschreibung zum 1. September konnten von 75 Plätzen nur 13 besetzt werden.