Bad Salzelmen l Zum Abschluss der Spielzeit 2017/2018 und dem gleichzeitigen Auftakt der 25. Auflage des Musikfestivals „Klänge im Raum“ musizierte die Mitteldeutsche Kammerphilharmonie am Sonntagnachmittag im Bad Salzelmener Dr.-Tolberg-Saal in einem Gemeinschaftskonzert mit dem Philharmonischen Kammerorchester Wernigerode. Die musikalische Leitung lag in den Händen von Christian Fitzner.

Im Mittelpunkt des ersten Teils stand der gewissermaßen bekannteste Frauenverführer, dessen Geschichte so manchen Komponisten inspirierte. Mozart widmete „Don Giovanni“ eine Oper, Franz Danzi variierte daraus über ein Thema für Violoncello und Orchester und Richard Strauss notierte ausgerechnet in einem Kloster die ersten Ideen zu seiner sinfonischen Dichtung „Don Juan“. Nach der Pause erklang die Sinfonie Nr. 4 in e-Moll von Johannes Brahms.

Dramatik wird aufgebaut

Wuchtig stieg das auf eine beachtliche Größe angewachsene Orchester mit der Ouvertüre aus „Don Giovanni“ ein. Fitzner gelang es, Dramatik aufzubauen und den Zuhörer so in das Geschehen der Musik zu ziehen.

Wahre Freude beim Zuhören empfand das Publikum auch während der folgenden Variationen von Franz Danzi, die die Solo-Cellistin der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie, Elena Tkachenko, gemeinsam mit dem Orchester interpretierte. Warm, weich und beseelt ließ sie ihr Instrument singen, um wenig später einen virtuos-witzigen Dialog mit dem Orchester zu beginnen.

Der „Don Juan“ von Richard Strauss kam markant und energisch daher. Fitzners Gemeinschafts-Ensemble strotzte vor Kraft und lebte jeden Fortissimo-Donner aus und labte sich an den musikalischen Vulkanausbrüchen, die magische Klangfarben hervorbrachten. Einem zarten Pflänzchen gleich seufzte die Flöte, sang die Oboe. Fitzner inszenierte das letzte lustvolle Aufbäumen des Frauenhelden in einem Riesencrescendo und setzte mit den letzten flirrenden Violinen Don Juans Tod in Szene.

Routiniert und frisch

Routiniert ging er Brahms 4. Sinfonie nach der Pause an und ließ frisch aufspielen. Zügig baute das Orchester Spannungsbögen auf und punktete mit einem wunderbaren langsamen Satz. Schön kostete das Orchester das Ruhen aus und gestaltete plastisch. Das eindrucksvolle „Allegro giocoso“ wirkte über weite Strecken locker, federnd und durchsichtig. So erfreute sich der Zuhörer an den Pointen, die der Interpretation Dynamik und Farbigkeit verlieh.

Ein wunderbarer Festspielauftakt, dem in den nächsten Wochen weitere Höhepunkte mit französischen Chansons, einem Chorfest, dem traditionellen Dixieland-Nachmittag, „Nine o‘ clock“ und mehreren Kindervorstellungen folgen werden.