Barby l Da brannte so richtig die Luft im Gasthof „Zum Rautenkranz“ in Barby. Die britische Rockband „Wishbone Ash“ war am Freitag zu Gast und lieferte den etwa 500 Gästen ein rund zweistündiges Rock-Feuerwerk. Die vier Musiker spielten zahlreiche Songs aus fast fünf Jahrzehnten Bandgeschichte. Songs von den neueren Alben „Elegant Stealth“ und „Blue Horizon“ wechselten sich ab mit älteren Werken wie „Lifeline“.

Damit haben „Wishbone Ash“ ihrem Publikum auch genau das geboten, was es will. So sagte der Rockfan Gerald Schmidt aus Dessau-Roßlau: „Ich bin mit dieser Musik groß geworden. Das ist noch richtiger handgemachter Sound, so muss das sein!“

Energie und Spielfreude sind spürbar

Und obwohl Frontmann Andy Powell mit seinen 68 Jahren nicht mehr zu den jüngsten Musikern gehört, strotzt er auf der Bühne nur so vor Energie und Spielfreude. Diese Energie übetrug sich auch auf den rappelvollen Saal. Die Gäste hatten sichtlich Spaß.

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Die Band selbst ist derzeit im 49. Bandjahr und Powell ist das letzte verbleibende Gründungsmitglied. Der Sänger sagte dazu: „Nächstes Jahr gibt es uns schon 50 Jahre – das ist irre, vor allem für Rock.“

Miami, Berlin und Barby

Auf ihrer derzeitigen Tour sind „Wishbone Ash“ fast auf der ganzen Welt unterwegs. So stehen Auftritte in Oslo, Berlin, Kopenhagen, Miami und sogar in Kawasaki in Japan auf dem Plan. Und eben auch Barby. Dass die Rockmusiker nicht nur in den größten Städten spielen freut natürlich auch die Fans. „Das ist einfach klasse, dass die auch hier in die Region kommen“, freut sich Gerald Schmidt.

Für Andy Powell ist das ganz selbstverständlich. „Warum sollten wir auch nicht in Barby spielen? Wir machen Musik für die Menschen und da ist es egal, wie groß oder klein der Ort ist. Außerdem gefällt uns die Location einfach super“, sagte der Brite. Zudem ist das nicht ihr erster Gig im Rautenkranz gewesen. Bereits 2010, 2014 und 2017 haben die vier Musiker in Barby gerockt. „Es ist inzwischen schon eine Tradition geworden, dass wir hier spielen“, sagte Powell.

Angebote von Agenturen

Frank Bläsing, Inhaber des Gasthofes „Zum Rautenkranz“, sagte: „Wir mögen kein großer Club sein, aber dennoch kriegen wir Angebote von den Agenturen, die Bands vermitteln. Das ist im Laufe der Jahre halt gewachsen. Wir machen das schließlich schon einige Jahre.“ Darüber hinaus ist Bläsing der Meinung, dass „Wishbone Ash“ nicht vorrangig für Prestige oder Geld auftreten. „Die wollen einfach spielen, das merkt man auch“, sagte Bläsing.

Und Wishbone Ash spielt. Und zwar nicht zu wenig. Allein in den nächsten drei Monaten stehen noch etwa 30 Konzerte auf dem Tourplan der Rockband. Das ist natürlich anstrengend, wie Powell verrät. „Wir sind fast jeden Tag unterwegs und haben zahlreiche Shows. Pro Woche haben wir vielleicht einen Tag Pause. Aber so ist das eben. Es macht uns ja auch Spaß“, sagt der 68-Jährige.

50 Jahre Wishbone Ash

Und wenn „Wishbone Ash“ die zahlreichen Shows in diesem Jahr hinter sich hat, steht 2020 bereits das 50-jährige Bandbestehen an. Vielleicht wird das ja auch in Barby gefeiert, schließlich stand Andy Powell sogar an seinem 60. Geburtstag (2010) in Barby auf der Bühne und hat dem Publikum eingeheizt.