Blutkrebs

Leukämie: Lebensretter für 7-Jährigen gesucht - Wer kann Aaron aus dem Salzland helfen?

Der 7-jährige Aaron Hantke aus Plötzky benötigt dringend Hilfe. Der Junge leidet an Blutkrebs. Die Rettung könnte eine Stammzellenspende sein. Viele Vereine und Privatpersonen rufen jetzt dazu auf, sich testen zu lassen.

Von Andre Schneider 21.10.2021, 11:13 • Aktualisiert: 21.10.2021, 14:16
Aaron Hantke ist erst sieben Jahre alt. Dennoch kämpft er gerade den wohl schwersten Kampf seines Lebens.
Aaron Hantke ist erst sieben Jahre alt. Dennoch kämpft er gerade den wohl schwersten Kampf seines Lebens. Foto: Jenny Hantke

Plötzky - Jenny Hantke sitzt gefasst an ihren Küchentisch in einer Wohnung in Plötzky. Doch innerlich, das merkt man der jungen Frau an, ist sie aufgewühlt. Einige Kilometer entfernt kämpft ihr 7-jähriger Sohn Aaron ums Überleben. Das Kindergartenkind leidet an akuter Myeloischer Leukämie. Blutkrebs.

Die Diagnose ist für die Familie ein Schock. „Aaron war lange Zeit erkältet“, erklärt die Mutter. Irgendwann, als auch noch Fieber dazu kommt, weiß die Kinderärztin keinen Rat mehr. Aaron kommt in die Uni-Klinik Magdeburg. Ihm wird Blut abgenommen. Die Werte sind auffällig, wie seine Mutter einige Monate später erzählt. Das Knochenmark des 7-Jährigen wird untersucht. Seit dem 7. Juli 2021 ist klar: Aaron leidet an Leukämie. „Seitdem hat er die meiste Zeit im Krankenhaus verbracht“, sagt Jenny Hantke. „Zurzeit leidet er an einem leichten Infekt. Die dritte von insgesamt vier Chemo-Therapien ist vorbei.“

Aarons Vater Rick Müller kümmert sich die meisten Zeit um seinen Sohn. Er habe, so sagt es Mutter Jenny, sich umgehend krank schreiben lassen. Er ist vor Ort. Sieht, wie sich der Gesundheitszustand des jungen Patienten von Tag zu Tag verändert. „Manchmal geht es ihm wirklich gut und es geht bergauf“, beschreibt Hantke. „Und am nächsten Tag ist es dann wieder schlechter.“ Doch Aaron schlägt sich tapfer. „Wirklich beachtlich, was so ein kleiner Körper alles wegstecken kann“, meint seine Mutter, die ebenfalls vieles auf sich nehmen muss.

Alltag kreist um die Gesundheit

Der Alltag der Familie – Jenny Hantke und Rick Müller leben getrennt – kreist um die Gesundheit von Aaron. „Es ist eine Achterbahnfahrt“, meint die Mutter. Im Moment könne sie ihren Sohn nicht besuchen. Sie hat sich einen Schnupfen – keine Corona-Infektion – zugezogen. Das Risiko sei einfach zu hoch.

Außer problematische Infekte zu vermeiden, könne die Familie im Moment wenig tun, um die Gesundheit ihres Jungen zu beeinflussen. „Uns bleibt im Moment nur abwarten“, sagt Jenny Hantke. Und darauf hoffen, dass die Therapie anschlägt.

Noch besser wäre allerdings, wenn sich ein Stammzellenspender für den 7-Jährigen Plötzkyer finden würde. Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (kurz: DKMS) hat sich auf Initiative des Vaters bereits mit dem Fall beschäftigt und eine Anzeige für das Internet geschaltet. Diese erreichte sogar Menschen aus Berlin und Nordrhein-Westfalen. „Das ging wirklich rasend schnell“, zeigte sich Jenny Hantke im Gespräch mit der Volksstimme erstaunt.

Anzeige von der DKMS

Die DKMS schreibt über Aaron: „Er mag Pokémon, baut gern mit Lego und liebt Nudeln mit Tomatensauce. Aaron freut sich so sehr auf die Schule, denn er hat ständig Lust, etwas Neues zu lernen. Der Schulranzen mit Ninjago drauf ist bereits gekauft und der große Tag rückt näher.“

Es folgt ein Aufruf zur Registrierung als Stammzellenspender. Doch wie funktioniert so eine Spende? Was die meisten noch wissen: Mittels eines Wangenabstrichs werden nach Angaben der DKMS potenzielle Spender registriert. Doch für die wenigsten tritt dann der „Ernstfall“ ein.

Periphere Stammzellenentnahme

Wer tatsächlich als möglicher Spender in Frage kommt, kann sich in 80 Prozent der Fälle mittels peripherer Stammzellentnahme behandeln lassen und so Leben retten. Dieses Verfahren ähnelt einer Blutspende. Allerdings werden Patienten zuvor mit einem Medikament behandelt. Schlimme Nebenwirkungen oder gar Langzeitfolgen treten nach Angaben der DKMS dabei nicht auf. Die Entnahme des Blutes dauere etwa drei bis fünf Stunden, mit einem längeren Aufenthalt im Krankenhaus sei nicht zu rechnen – eine einfache, und risikoarme Variante.

In seltenen Fällen kommt die Lymphozytenspende vor. Sie funktioniert wie eine periphere Stammzellentnahme, jedoch ohne die vorherige Medikamenten-Behandlung. Lymphozyten entstehen im Knochenmark und sind eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen. Diese sind für die Abwehr von Krankheitserregern und Krebszellen zuständig. Eine solche Spende könnte Aaron tatsächlich das Leben retten.

Viele Vereine haben den Aufruf der DKMS bereits geteilt. „Am Anfang haben wir die Krankheit bewusst nicht überall erzählt. Aber die Fragen, wo Aaron sei, waren schon schwierig“, sagt Jenny Hantke. Für sie bleibt ohnehin nur eins: abwarten.