Pretzien/Plötzky l Eine Schließung der Turnhalle in Pretzien ist nicht vorgesehen, teilt Stadtsprecher Frank Nahrstedt mit. Schließlich ist laut der Raumluftmessung durch das Landesamt für Verbraucherschutz im Oktober vergangenen Jahres keine kritische Schimmelpilzsporenkonzentration festgestellt worden. Viel mehr liegt diese in einem für Innenräume normalen Bereich und stellt keine Gefahr für die Gesundheit dar, teilt Nahrstedt mit.

Dennoch ist das Gebäude in einem eher misslichen Zustand. Kein Wunder also, dass die Stadt nach Geldern sucht, um eine neue Turnhalle zu errichten. Das Projekt nennt sich „Sicherung Schulstandort Plötzky (Neubau Turnhalle)“ und wird in den nächsten Wochen in verschiedenen Ausschüssen und zuletzt im Stadtrat am 17. September behandelt. Und wenn die Stadträte mehrheitlich dafür stimmen, dann wird die Stadt Fördermittel aus dem Bundesprogramm zur „Förderung von Investitionen in nationale Projekte des Städtebaus“ beantragen.

Kommunale Projekte

Das ist ein Förderprogramm, mit dem kommunale Projekte unterstützt werden können, die eine besondere „nationale beziehungsweise internationale Wahrnehmbarkeit“ haben. Auch eine „hohe baukulturelle Qualität“ oder ein „überdurchschnittliches Investitionsvolumen“ sind Förderkriterien, so Christian Schlag, Referent im zuständigen Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Auch eine zügige Umsetzung des Projekts ist laut Schlag ein Kriterium. Insgesamt stellt der Bund 75 Millionen Euro zur Verfügung.

Für den Neubau der Turnhalle sind Projektkosten in Höhe von 2,5 Millionen Euro angegeben. Laut Beschlussvorlage würde der Eigenanteil der Stadt ein Drittel betragen (825.000 Euro), der Rest würde über die Bundesmittel finanziert werden.

98 Bewerber

Dass sich die Stadt mit Projekten am Förderprogramm bewirbt wäre aber nicht das erste Mal. Schon im Januar hatte sich Schönebeck mit drei Vorhaben vorgestellt. Doch weder für das Projekt Kombibad, den Neubau des Verwaltungsgebäudes oder eben die neue Turnhalle gab es Geld. Dabei war die „Konkurrenz“ aber auch zahlreich. 98 Städte und Kommunen hatten sich beworben. Für 26 von ihnen sprach eine Jury eine Förderempfehlung aus.

Sollte die Stadt diesmal den Zuschlag erhalten, so wird erwogen, die Halle auf dem ehemaligen Sportplatz in Plötzky zu errichten. „Dort findet bereits der Schulsport in den Außenbereichen statt. Mit dem neu gegründeten Sport- und Kulturverein Plötzky wurde diese Möglichkeit bereits geklärt“, teilt Frank Nahrstedt mit.

Maßnahmen empfohlen

Was die alte Halle in Pretzien angeht, so sind laut Prüfbericht des Landesamtes für Verbraucherschutz einige Sofortmaßnahmen empfohlen. Unter anderem sollten sichtbare Schäden an Wand und Mauerwerk – wie bröckelnder Putz – beseitigt werden. Darüber hinaus solle an den Außenwänden ein Kalk- oder fungiziden Wandanstrich aufgebracht werden. Nicht zuletzt müsse auch die Lüftung verbessert werden. Laut Nahrstedt sei die Stadt dabei, die Maßnahmen umzusetzen.

Überdies hat auch das Gesundheitsamt des Salzlandkreises „Lüftungsempfehlungen“ ausgesprochen. Damit solle die hohen Mauerwerksfeuchte und somit dem Wachstum von Schimmelpilzen entgegengewirkt werden, informiert Marianne Bothe aus der Pressestelle des Salzlandkreises.

Fenster mit Entlüftung

Laut Stadtsprecher Frank Nahrstedt sind damit unter anderem Fenster mit Zwangsentlüftung gemeint. Diese zu installieren würde rund 20.000 Euro kosten, teilt er mit. Die Maßnahme soll noch im Haushaltsjahr 2020 umgesetzt werden – obgleich die Ausgaben noch nicht im Haushalt eingeplant sind.