Schönebeck l Den Anspruch, den Steffen Baumann an sich selbst hat, hat er auch an andere. Der 43-Jährige verlangt Respekt, Höflichkeit und Akzeptanz. Seine Gesprächspartner können das aber auch von ihm erwarten – egal welchen Alters: Der Zimmerer-Meister mit jahrelanger Erfahrung hört auch seinen Lehrlingen zu, wenn sie auf der Baustelle eine andere Idee haben. „Ja selbstverständlich. Ich bin immer offen für neue Dinge. Warum soll ich mich dem verschließen?“, fragt er.

Steffen Baumann ist ein waschechter Schönebecker. Er wird in der Elbestadt geboren und besucht die Käthe-Kollwitz-Schule. Schon früh interessiert ihn – familiär bedingt – die Tätigkeit auf dem Bau. „In den Ferien habe ich mir immer einen Job gesucht“, berichtet der heutige Familienvater. Es ist eine Zeit, die ihn beeinflusst. Mit einem Lächeln erzählt er, dass er nicht den gleichen Weg wie sein Vater gehen wollte. Der war nämlich Maurer und irgendwie ist dem jungen Baumann das zu staubig.

Ihn interessiert die „Königsklasse“ auf dem Bau: der Zimmerer. Nach der Schule schreibt er zwei Bewerbungen und erhält zwei Zusagen. Steffen Baumann entscheidet sich für die Ausbildung vor Ort. Er kennt den Betrieb, die Mitarbeiter kennen ihn. Der Umgang mit ihm als jungen Lehrling hat Baumann bis heute geprägt. Das Gute, was er dort erfahren hat, gibt er heute an seine Lehrlinge weiter.

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Zwischen Bundeswehr und Studium

Die beruflichen Stationen im Leben des 43-Jährigen sind dicke Bretter, die gebohrt werden wollen. Bundeswehr, erste eigene Firma in der Computerbranche, Studium in Paderborn. „Aber immer wieder hatte ich einen Gedanken: Ich habe Verantwortung für meine Familie.“ Ihn zieht es zurück an die Elbe, er erinnert sich an seine Wurzeln auf dem Bau und gründet seine eigene Holzbau-Firma. Das ist es, was er am besten kann, was ihm und seiner inzwischen angewachsenen Familie mit Frau und fünf Kindern Sicherheit und Freude im Leben gibt.

Und politisch? Die Anfänge, sich für die kleine und große Politik zu interessieren, kommen Steffen Baumann schon während der Bundeswehrzeit. Als Soldat ist er konkret mit Entscheidungen des Bundestages und mit Auslandseinsätzen konfrontiert. „Damit hatte ich immer schon ein großes Pro-blem“, begründet er.

Später in Schönebeck sieht er das Wachsen der Alternative für Deutschland, die für ihn eine tatsächliche Alternative darstellt. „Es war und ist die einzige Partei, die für mich in Frage kommt“, erzählt der Kandidat zur Oberbürgermeisterwahl der Volksstimme. Er tritt in die AfD ein und fühlt sich wohl, wie er sagt. Nach jeder großen Veranstaltung und Reden, die ihn begeistern, kehrt er „mit Wissen und Energie vollgetankt“ nach Schönebeck zurück.

Es ist die Politik der kleinen Leute, die Steffen Baumann interessiert: die Kommunalpolitik. Er möchte nicht am großen Bundes-Rad drehen, sondern bleibt bescheiden. „Schönebeck interessiert mich, hier möchte ich etwas verändern“, sagt er.

Ehrlichkeit und Ideen sind gefragt

Nicht nur als Firmenchef, sondern auch als Kandidat und womöglich später als Oberbürgermeister der Stadt lehnt er einen autoritären Führungsstil ab. Er setzt auf Ehrlichkeit und will die Menschen mit seinen Ideen mitnehmen. Er lobt die Verwaltung und die Mitarbeiter, die einen tollen Job machen.

Steffen Baumann hat eine Reihe von Ideen, die er gern umsetzen möchte. Vor allem ist es aber, dass er Schnittstelle zwischen Rathaus und Handwerk sein will. Der Fachkräftemangel nervt den Zimmerer-Meister. „Mein Wunsch ist es, die Schulen viel früher und intensiver in die Berufsentscheidung einzubinden.“ Auch Streetworker in der Stadt wären ein weiteres Ziel. Und die Kita-Gebühren abschaffen. Doch das, so weiß Steffen Baumann, kann er als Oberbürgermeister nicht.

Drei Fragen, drei Antworten - hier geht es zum Video-Kurzinterview mit OB-Kandidat Steffen Baumann.