Digitalisierung

Online-Zulassung kaum genutzt

Nur ein winziger Bruchteil aller Fahrzeugzulassungen im Salzlandkreis wird über das Internet abgewickelt.

Von Paul Schulz

Schönebeck/Staßfurt l Abstand halten, Kontakte vermeiden – das sind die Gebote der Stunde. Da ist der Gedanke naheliegend, dass die Menschen im Salzlandkreis so viel wie möglich online erledigen – zum Beispiel die nötigen Behördengänge, um ein Fahrzeug zuzulassen. Schließlich ist das schon seit Oktober 2019 über das Internet möglich. Wirklich viele Salzländer haben von dieser Möglichkeit aber – trotz Pandemie – keinen Gebrauch gemacht.

Genau genommen gab es im vergangenen Jahr nur acht internetbasierte Fahrzeugzulassungen (i-Kfz), wie Marko Jeschor, Pressesprecher beim Salzlandkreis, auf Nachfrage mitteilt. Das entspricht 0,03 Prozent der im Kreisgebiet zugelassenen Fahrzeuge im Jahr 2020. Insgesamt wurden im hiesigen Kreis nämlich 28.251 Vehikel angemeldet. Im Jahr 2019 waren es 28.756 Fahrzeuge, kein einziges davon wurde über den i-Kfz-Dienst zugelassen.

Doch warum wird die Fahrzeugzulassung übers Internet so schlecht angenommen, so selten genutzt? Marko Jeschor vermutet, dass es an den hohen Anforderungen liegt, die der Gesetzgeber festgelegt hat. Und tatsächlich: Um ein Auto online zuzulassen, müssen zunächst einige Hürden genommen beziehungsweise Voraussetzungen erfüllt sein.

Vor allem in technischer Hinsicht: Der Nutzer muss nämlich einerseits über einen neuen Personalausweis mit freigeschalteter eID-Funktion verfügen, sowie ein Kartenlesegerät für den Ausweis besitzen und auf seinem Gerät die „AusweisApp2“ installiert haben, um sich im Internet auch ausweisen zu können. Und bezahlt wird natürlich auch übers Internet. Akzeptiert werden laut Angaben des Kreissprechers Giropay, Kreditkarte und Paydirect.

Im Gegenzug bietet die Online-Variante aber auch Vorteile. Der Bürger muss sich beispielsweise nicht an den Öffnungszeiten der Zulassungsstelle orientieren, muss keine unnötige Wartezeit in Kauf nehmen und er kann – wenn denn die Voraussetzungen alle stimmen – bequem vom Sofa aus ein Fahrzeug an-, ab- oder ummelden.

Die Kosten beziehungsweise Gebühren für den Onlinedienst sind bundesweit einheitlich. So ist die Außerbetriebsetzung, also die Abmeldung eines Fahrzeugs, günstiger als in der Zulassungsstelle vor Ort. Online werden 5,70 Euro statt 6,90 Euro fällig. Andere Vorgänge kosten wiederum etwas mehr als vor Ort. Die Gebühr für die Zulassung beträgt online 27,90 Euro statt 27 Euro vor Ort, die Umschreibung in einen anderen Zulassungsbezirk kostet 28,20 Euro und liegt damit 1,20 Euro über der Gebühr in der Zulassungsstelle.

Wer mehr über die internetbasierte Fahrzeugzulassung wissen will, der findet auf der Website des Salzlandkreises weiterführende Informationen. Gleiches gilt für die Website des Bundesverkehrsministeriums, wo sich unter anderem eine Schritt-für-Schritt-Anleitung finden lässt.