Plötzky l Der Ortsbürgermeister von Plötzky, Martin Kütz (SPD), hat ein Konzept für die Entwicklung des Tourismus‘ in Ostelbien gefordert. „Wir müssen uns darüber im Klaren darüber werden, wie es mit der Naherholung in der Region weitergehen soll“, sagte der Ortsbürgermeister von Plötzky. Wer nicht wisse, wo die Reise hingehen solle, werde immer wieder Fehler machen. Der Sozialdemokrat kritisiert, dass die Stadt Schönebeck die Stadträte über einen Verkauf der beiden kommunalen Campingplätze diskutieren lassen möchte, ohne dass es ein Ziel geben würde. „Nur wer weiß, was er will, wird Wege und Lösungen finden“, sagte der Plötzkyer Martin Kütz.

Alternativen zum Ferienpark?

„Es gibt in Plötzky einen guten Ferienpark, aber wir brauchen auch noch Alternativen“, so der Ortsbürgermeister. So werden mit der Deichsanierung etwa auch die Deichradwege erneuert. Darauf könne aufgebaut werden, um den Fahrradtourismus zu stärken und vermehrt Tagestouristen aus Magdeburg anzulocken. Zumindest in den vergangenen 30 Jahren konnte demnach kein tragfähiges Konzept für den Tourismus entwickelt werden. Und das, obwohl die Stadt zur Förderung der Naherholung in Plötzky eine eigene GmbH betreibt. In Umkehrungen eines Spruchs des ehemaligen Kanzlers Helmut Schmidt (SPD) sagte Kütz: „Wer keine Visionen mehr hat, der braucht medizinische Hilfe.“

Und auch die Bungalows und Ferienhäuser müssten ihren Platz in Ostelbien haben. Allerdings will das Bauamt des Salzlandkreises zumindest die Dauerbewohner in den Gebäuden loswerden. So verschickte die Behörde in den vergangenen Monaten Bescheide, denen zufolge die Dauernutzung innerhalb einer Woche eingestellt werden muss. „Unverständnis und Unmut der Betroffenen“ seien daher nicht verwunderlich, so der Ortsbürgermeister. „Natürlich gibt es im Naherholungsgebiet Probleme“, so Martin Kütz, der sich dabei auf die Dauernutzung der Wochenendhäuser und Defizite bei der Abwasser- und Müllentsorgung sowie die Rettungswege bezieht.

„Es klingt lächerlich, ist aber zum Heulen“, sagte Ortsbürgermeister Martin Kütz in Hinblick auf die Ankündigung des Salzlandkreises, dass sich die bestehenden Verhältnisse nicht verfestigen dürften. Schließlich hätten die Behörden eben diese Verhältnisse jahrzehntelang übersehen.

Probleme ansprechen

„Aber Probleme kann man weder verkaufen, noch mit Verwaltungsaktionismus aus der Welt schaffen.“ Vielmehr könne man sie nur lösen, wenn man mit den Betroffenen in einen Dialog auf Augenhöhe trete. „Dabei müssen Stadt und Kreis niemanden nach dem Mund reden, und Probleme wie Schwarzbauten und Dauerwohnen müssen beim Namen genannt werden“, sagte der Ortsbürgermeister. Immerhin sei es ein Fortschritt, dass der Salzlandkreis und die Stadt Schönebeck jetzt koordiniert in einer Arbeitsgruppe handeln wollen. „Der Bürger darf gespannt sein, wie das aussieht“, sagte Martin Kütz.