Neustadt/Ranies l Darauf ist Karsten Höpfner stolz. Sein Stutfohlen Bellevu hat beim Fohlenchampionat des Pferdezuchtverbandes Brandenburg-Anhalt – dazu gehört auch Sachsen-Anhalt – die Jury überzeugt. Für Typ, Körperbau, Trab, Schritt und Gesamteindruck gab es tolle Noten.

Und so kamen Fohlen Bellevu, Mutterstute Mona Lisa und Züchter Karsten Höpfner von Neustadt/Dosse mit einigen Auszeichnungen zurück: Das sechs Monate alte Pferd aus dem Ranieser Stall wurde bestes Stutfohlen aus Sachsen-Anhalt, Dressur betont gezogen. Ausgezeichnet mit einer Medaille des Landes. Zudem ist Bellevu Siegerin in ihrer Gruppenbewertung und Drittplatzierte in der Endbewertung, bei der die zwei besten Stutfohlen jeder Gruppe an den Start gehen.

Zucht liegt in den Genen

„Daheim sind schon einige Pokale, Medaillen und Urkunden. Aber das ist die bisher höchste Ehrung“, freut sich der Ranieser. Der 49-Jährige züchtet hobbymäßig Deutsche Sportpferd. In sehr kleinem Rahmen und mit Unterstützung der ganzen Familie, wie er betont. Und das schon seit Jahren, ja Jahrzehnten. „Als Kind wollte ich unbedingt ein Pferd haben. Egal, welches“, erinnert er sich. Sein Vater Kurt und sein Opa Fritz haben ihm einen Haflinger gekauft, als er zwölf Jahre alt war. Später haben sie die kleine Zucht begonnen. „Das liegt bei uns wohl in den Genen. In der Familie sind einst Rinder und Schweine gezüchtet worden“, erzählt Karsten Höpfner schmun- zelnd.

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Doch dann habe es keinen Markt für Haflinger mehr gegeben, deshalb seien sie auf Deutsches Sportpferd – zu DDR-Zeiten Edles Warmblut – umgestiegen. Da unterscheidet man Spring- und Dressurpferde. Sie haben sich für die Dressur entschieden. Warum? „Die Ausstrahlung, die Bewegung, die Eleganz, der umgängliche Charakter ...“ zählt Karsten Höpfner auf, der eine Kfz-Werkstatt hat. Er schaue halt lieber bei einer Dressur als bei Springen zu.

Doch zurück zur Landesbesten.

Gemeinsam mit Mutter Mona Lisa – „Sie ist Staatsprämienstute.“ – hat sich Bellevu – Vater Bernay vom Gestüt Sprehe – in der Vor- und Hauptprüfung von ihrer besten Seite präsentiert. Erst ist sie bei der Fohlenschau in Wanzleben Sieger der Sportpferde sowie Sieger über alle Rassen dieser Schau geworden – und qualifizierte sich für das Fohlenchampionat. 120 Fohlen haben sich bei dieser großen Prüfung in Neustadt/Dosse in vier Gruppen – Hengst- und Stutfohlen, jeweils Dressur und Springen – den kritischen Augen der Bewerter gestellt. Und auch dort – wie anfangs erwähnt – toll abgeschnitten. „1200 Fohlen werden jährlich im Zuchtgebiet Brandenburg-Anhalt geboren“, setzt Karsten Höpfner das Abschneiden seines Stutfohlens ins Verhältnis. Hat er Bellevu auf diesen Tag speziell vorbereitet? „Nein, das liegt in den Genen“, sagt er lachend.

Auch wenn im Ranieser Stall und tagsüber auf den Elbwiesen ausgezeichnete Tiere im wahrsten Sinn des Wortes stehen: Die Zucht soll Hobby bleiben. Seit 2010 züchtet er Sportpferde, hat mittlerweile das neunte Fohlen. Sein Vater Kurt, mittlerweile 79 Jahre, hilft mit, wo er kann.

Zweite Zuchtstute im Stall

Derzeit gibt es die Mutter-Stute Mona Lisa, die er als Fohlen gekauft hat, und ihre Kinder Bellevu und die einjährige Biscaja. Schon jetzt steht für Karsten Höpfner fest: „Bellevu bleibt bei uns. Es soll die zweite Zuchtstute werden.“