Weihnachtsmarkt

Plötzlich steht ein Pferd auf dem Flur

Unter der Regie des Kulturvereins Kleines Ende und der Kita Grashüpfer war das weihnachtliche Treiben in und vor dem alten Kindergarten.

Von Thomas Linßner

Pömmelte l Pömmelte ist ein Pferdedorf. Das wird alle Jahre wieder beim Ringreiten deutlich, wenn die Akteure anschließend geschlossen durch das Dorf ziehen. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass der Weihnachtsmann mit der Kutsche kam. Der schicke Wagen wurde von Jörg Schäfer gelenkt, in dessen Schlepptau zwei Feen waren: Isabelle (auf dem Pony) und Anke Schäfer.

Der Weihnachtsmann erinnerte an Gestalt und Sprache verdammt an Ortsbürgermeister Thomas Warnecke. „Wo sind die artigen Kinder?“, donnerte der Weißbart. Als sich zwei Dutzend meldeten, schob er nach: „Sind das alle? Alle aus Pömmelte? Auch welche aus Glinde???“

Und ob Besucher aus dem Nachbardorf dabei waren. Zum Beispiel Annabell Tirschler und deren Freundin Despina Chantal Thiele. Die beiden Mädchen kriegten sich bald nicht mehr ein, weil sie vom Weihnachtsmann statt Süßigkeiten eine Kartoffel geschenkt bekamen. Das war die Quittung dafür, weil Annabell keck kund tat, dass sie keine Schokolutscher mag. „Die Kartoffel gibt‘s morgen zum Mittag“, prustete die Zehnjährige vergnügt.

Auftaktsort des dritten Pömmelter Weihnachtsmarktes war die Johanniskirche, wo ein kleines Programm aufgeführt wurde. Danach schlenderten die Teilnehmer zum alten Kindergarten an der Mühlenstraße. Dort standen ein schöner Weihnachtsbaum und Buden mit Glühwein, Bratwurst und Basteleien. Die hatte die Stadt Barby zur Verfügung gestellt.

In der Bude von Kathrin Wizuy und Navina Benzner wurden kleine selbst gebastelte Kunstwerke verkauft, die unter den Händen vieler Eltern entstanden waren. „Der Erlös kommt der Kindertagesstätte zugute“, klärte Kathrin Wizuy auf.

Organisiert wurde der Weihnachtsmarkt vom 30-köpfigen Pömmelter Kulturverein Kleines Ende. Dessen Vorsitzender Enrico Hummel zeigte sich zufrieden über die gute Resonanz bei den Bürgern. Dicht umringt waren die Buden, die Stehtische - sie hatte ein Glinder Wirtshaus zur Verfügung gestellt - waren belagert. Im alten Kindergarten saßen die Senioren und gaben sich Kaffee und Kuchen hin. Allerdings nur so lange, bis plötzlich ein Pferd im Raum stand. Der Weihnachtsmann und seine Engel wollten mal guten Abend sagen ...

Zum Wahrzeichen in der Adventszeit hat sich ein riesiger Schwibbogen entwickelt, der vor der Holzfassade der ehemaligen Kindergarten-Baracke steht und indirekt beleuchtet wird. Seine Geschichte ist nicht frei von Komik. Er diente 2014 beim Glinder Lichtmessumzug als Schaubild. Enrico Hummel, der mit Wilfried Koch und anderen in einem Bautrupp arbeitet, hatte es zu Ehren der Pömmelter Bergbautradition gestaltet. Womit sich der Kreis schließt: Pömmelter machen bei der Lichtmess mit, Glinder kommen zum Glühwein trinken beim Weihnachtsmarkt.

Sage noch einer, es gibt Rivalitäten zwischen den benachbarten Dörfern ...