Schönebeck l Die Suche nach dem vermissten 14-jährigen Tim Winkler aus Großmühlingen verlief am Freitag mit einem glücklichen Ausgang. Wie die Polizei am frühen Abend mitteilte, wurde der seit Mittwochabend vermisste Junge gegen 17 Uhr am Bahnhof in Uelzen von Bundespolizisten aufgegriffen. „Ihm geht es gut, der Einsatz hat sich gelohnt“, bestätigte Marco Kopitz, Polizeisprecher im Salzlandkreis, auf Nachfrage. Warum der Junge augebüxt ist, konnte zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht geklärt werden.

Dem glücklichen Ende ging allerdings eine nervenaufreibende Suchaktion vieler Einsatzkräfte der Polizei, Bundespolizei und Kriminalpolizei voraus. Nachdem der Junge in Großmühlingen am Mittwochabend nicht mehr nach Hause kam, meldeten die Eltern den Vermissten bei der Polizei. Die Einsatzkräfte begannen sofort im näheren Umkreis mit der Suche – Tim blieb spurlos verschwunden.

Zunächst keine Spur

Am Donnerstagvormittag wurde die Suche nach dem Jungen in und rund um die Ortschaft fortgesetzt. Bekannte und Verwandte wurden besucht und seine Lehrer und Mitschüler befragt – alles blieb erfolglos. Auch der eingesetzte Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera konnte ihn nicht finden.

Daraufhin kam ein Spürhund kam zum Einsatz. Bis nach Eggersdorf konnte er die Polizisten führen. Am dortigen Bahnhof verlor sich die Spur aber wieder. Der Suchbereich weitete sich damit aus, nun wurde auch die Bundespolizei an der breiten Fahndung beteiligt. Die Bundespolizei begann Aufzeichnungen der Überwachungskameras aus den Zügen auszuwerten.

Dann Freitagvormittag: eine „heiße Spur“ führte die Ermittler nach Plötzky. Dort in Nähe einer Gartenlaube auf einer Bank hatte ein Zeuge den Jungen gesehen. Der Spürhund nahm zum weiten Mal Tims Fährte auf und führte die Einsatzkräfte weiter durch das Naherholungsgebiet in Richtung Gommern. Dort standen die Polizisten erneut vor einem Problem – wieder war am Bahnhof Endstation.

In Uelzen aufgegriffen

Den entscheidenden Hinweis lieferte dann am späten Nachmittag aber eine Zugbegleiterin, die sich in der Bahn von Stendal nach Uelzen befand: „Sie hatte den Jungen durch die breite Öffentlichkeitsfahndung im Zug wiedererkannt und sich gemeldet“, erklärte Nico Mahler von der Leitstelle der Bundespolizei in Magdeburg am Abend.

Die niedersächsischen Kollegen wurden alarmiert und nahmen den 14-Jährigen bei einer Kontrolle am Bahnhof in ihre Obhut und brachten ihn nach Sachsen-Anhalt.