Biogas

Probleme bei Erweiterung der Biogasanlage?

Ortsbegehung in Zens - Politiker und Anwohner diskutieren mit Betreiber

Von Von Tom Szyja

Zens l Das große Interesse am Vor-Ort-Termin zeigt, wie wichtig den Menschen in und um Zens die Thematik rund um die Erweiterung der Biogasanlage ist. 15 Mitglieder aus Bauausschuss und aus der Verwaltung des Bördelands trafen sich am Sonnabend in Zens, um sich ein Bild von der Situation zu machen. Betreiber Boudewijn Tonkens erklärte zudem wie die Biogasanlage funktioniere.

Gleich zu Beginn machte der Zenser Ortsbürgermeister Frank Ahrend (CDU) deutlich, dass der Ortschaftsrat eine Erweiterung der Biogasanlage nicht verhindern möchte. Ziel sei es, eine Lösung zu finden, mit der sowohl der Betreiber der Anlage als auch die Anwohner leben könnten.

Ein großes Thema war die Verkehrsbelastung durch Lkw. Für die Herstellung des Biogases greift Boudewijn Tonkens auf Hühnertrockenkot zurück, der aus den Niederlanden nach Zens geliefert wird. Daneben wird noch Mais und zu einem kleinen Teil auch Pferdemist für die Energiegewinnung genutzt. Bei der letzten Bauausschussitzung wurde ein Gutachten vorgestellt, dass besagt, dass zurzeit durchschnittlich 20 Lkw pro Tag zur Biogasanlage fahren. Tonkens erklärt, dass dieser Wert nur aufgrund von Spitzenzeiten zustande komme. Es gebe auch Tage, wo nur zwei Lkw nach Zens fahren. Viele Mitglieder der anwesenden politischen Gremien kritisierten zudem die Straßenverhältnisse in und um Zens. Die Straßen seien in einem schlechten Zustand und zudem zu schmal, wenn große landwirtschaftliche Fahrzeuge auf ihnen fahren sollen.

Trotz der geäußerten Bedenken und Diskussionen ist Gemeindebürgermeister Bernd Nimmich (SPD) zufrieden. „Ich denke, es war ein notwendiger und informativer Termin. Es war wichtig, sich vor Ort ein Bild zu machen. In den nächsten Schritten werden wir auch die Einwände bezüglich der Zufahrtswege besprechen“, erklärte Nimmich. Ein Vorschlag war, dass Feldwege zu Zufahrtsstraßen für die Anlage umgebaut werden könnten. Dann würde die Hauptstraße nach Zens entlastet werden.

Neben der Straßensituation in seinem Ort, treibt Ortsbürgermeister Frank Ahrend noch eine weitere Sorge um: „Wie steht es um die Sicherheit bei einem möglichen Havariefall? Natürlich hoffe ich, dass es niemals dazu kommen wird. Dennoch muss die Sicherheit für die Bürger in Zens gewehrleistet sein.“ Direkt neben der Biogasanlage liegt die Kindertagesstätte der „Bördegeißlein“.

Ein anderer Aspekt, der diskutiert wurde, ist der einer möglichen gesundheitlichen Gefahr, ausgelöst durch den Hühnertrockenkot. Mitglieder des Ortschaftsrates verwiesen auf Studien, die besagen würden, dass in Hühnertrockenkot multiresistente Keime oder Bakterien enthalten seien. Diese könnten durch späteres Entleeren auf den Feldern in unsere Nahrung gelangen.

Auch dieses Argument kann Boudewijn Tonkens nicht nachvollziehen. „Unsere Lieferungen aus den Niederlanden werden dort veterinär untersucht. Jede Ladung Hühnertrockenkot hat ein eigenes Zertifikat. Außerdem wird der Lebensraum der Bakterien unterbrochen, wenn die Reste des Hühnerkots als Dünger verwendet werden.“ Neben gesundheitlichen Folgen war auch eine mögliche verstärkte Geruchsbelästigung Diskussionspunkt. Auch diesen Vorwurf weist Tonkens von sich, da der Hühnerkot in einem geruchsdichtem Raum gelagert würde.

Bei der nächsten Gemeinderatssitzung im März soll über die Erweiterung abgestimmt werden.